Aktuelles 2020

Mi

14

Okt

2020

Stammtisch Geschichtsverein

UNTER EINHALTUNG ALLER  HYGIENE-REGELN

Ab 18.00 Uhr im Restaurant Bürgerhof in Weilburg

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So

13

Sep

2020

Film: Was wäre, wenn...

"Chance Denkmal. Erinnern. Erhalten. Neu denken" lautet das Motto des Tag des offenen Denkmals 2020. Der Denkmalstag an sich ist in diesem Jahr neu und digital gedacht aufgrund der Einschränkungen durch Covid19. Ein geeigneter Zeitpunkt um sich die Frage zu stellen: "Was wäre wenn....?"

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So

13

Sep

2020

Unterwegs in Weilburg - Pisébau und weitere Weilburger Denkmäler

Unterwegs in Weilburg - Pisébau und weitere Denkmäler
Unterwegs in Weilburg - Pisébau und weit
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Beitrag zum Tag des offenen Denkmals 2020: Diesmal digital

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Mo

07

Sep

2020

Film: Weilburg von oben

In diesem Jahr kommen die Weilburger Denkmäler zu ihnen nach Haus. Viel Spaß mit unserem Wettbewerbsbeitrag zum Tag des offenen Denkmals!

Unser Beitrag zum Tag des offenen Denkmals 2020: Diesmal digital

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Sa

05

Sep

2020

Denkmalstag Weilburg wird digital

Auch in Weilburg soll dieses Jahr der Tag des offenen Denkmals vorrangig digital angeboten werden. Entsprechend der Vorgabe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz haben sich viele Weilburger Vereine und Institutionen auf den Weg gemacht, um die Weilburger Denkmäler in neuer Form zu präsentieren.

 

"Wir bringen die Weilburger Denkmäler zu den Menschen nach Hause - mit spannenden Eindrücken und neuen Perspektiven. So haben selbst die Weilburger ihre Denkmäler noch nicht gesehen," erklärte dazu Christian Radkovsky, Vorsitzender des Weilburger Geschichtsvereins.

 

Aktuell würden Foto-Storys, Angebote für junge Menschen und - zusammen mit Weilburg TV - attraktive Filme produziert, so Radkovsky, der zum einen der Projektgruppe um Ann-Kathrin Schild, Dieter Langer und Matthias Knaust, aber auch allen beteiligten Vereinen und Institutionen für ihr Engagement dankte.

 

Wie in den vergangenen Jahren koordiniert der Geschichtsverein auch in diesem Jahr federführend die stadtweiten Denkmalstag-Aktiven in Weilburg. Doch viele weitere Partner sind aktiv. Vorneweg in zentraler Funktion die Evangelische Kirchengemeinde, die als Ausrichter eines "Denkmalstag-Gottesdienstes mit historischer Spielszene" mit Pfarrer Guido Hepke auch eine der beiden Präsenzveranstaltungen beitragen wird. Außerdem wird eine Stadtführung zum Thema "Denkmäler und Nachhaltigkeit" von Hans-Peter Schick angeboten.

 

Alle Akteure des vergangenen Jahres sind wieder mit an Bord, so die Katholische Pfarrei Heilig-Kreuz Oberlahn, der Obst- und Gartenbauverein, das Bergbau- und Stadtmuseum sowie die staatliche Verwaltung der Schlösser und Gärten Hessen mit Schlossmuseum und Schlossgarten.

 

Die Stadt Weilburg und der Landkreis Limburg-Weilburg unterstützen und flankieren die Denkmalstag-Aktivitäten in der Residenzstadt.

 

Besonders erfreulich ist, dass so wie jedes Jahr auch 2020 neue Partner dazukommen. So beteiligen sich der Kur- und Verkehrsverein Weilburg und auch der Spielmann-Kulturverein erstmals an den koordinierten Aktivitäten zum Denkmalstag.

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Do

20

Aug

2020

Jakob Mankel bleibt unvergessen

Gedenktafel erinnert an einen lokalen Patrioten

 

Weilburg (jw). Jakob Mankel selbst ist bei der Präsentation einer Gedenktafel anlässlich seines 100. Todestages in einer kleinen Feierstunde der Jakob-Mankel-Schule aufgetreten und zeigte sich verwundert: „Alle Menschen tragen Masken, wütet denn die spanische Grippe immer noch?“

 

Schulleiterin Susanne Kurz präsentiert die Mankel-Gedenktafel, rechts neben ihr Boris Juric als Jakob Mankel und rechts der Zweite Stadtrat Christian Radkovsky, links Walter Lehrl, Vorsitzender des Fördervereins
Schulleiterin Susanne Kurz präsentiert die Mankel-Gedenktafel, rechts neben ihr Boris Juric als Jakob Mankel und rechts der Zweite Stadtrat Christian Radkovsky, links Walter Lehrl, Vorsitzender des Fördervereins (Foto: Jürgen Weil)

 

Das in der Sporthalle auf Abstand versammelte Kollegium der Schule, Schulleiterin Susanne Kurz und der Fördervereinsvorsitzende Walter Lehrl schmunzeln. Christian Radkovsky, Zweiter Stadtrat und auch Vorsitzender des Weilburger Geschichtsvereins, wird bei seinem Grußwort im Namen der städtischen Gremien von Boris Juric unterbrochen, der in historischer Kleidung und mit eigenem schwarzen Vollbart Jakob Mankel tatsächlich ähnelt und ihn überzeugend in der folgenden historischen Spielszene verkörpert.

 

In passenden Dialogen wird die historische Dimension seiner Zeit deutlich, wenn er sich wundert, dass seine Volksschule nicht mehr in der Langgasse steht, gar eine Frau Direktorin ist und die neue Schule tatsächlich eine eigene Turnhalle hat. Natürlich fühlt er sich geschmeichelt, dass sie seinen Namen trägt und als integrierte Gesamtschule alle Bildungsgänge gemeinsam unterrichtet: „Unglaublich! Eine solche Stärkung meiner Schule hätte ich mir immer gewünscht!“

 

 

Radkovsky nennt im Dialog auch Mankels Engagement als Organist und Chorleiter, als Vorsitzender des Kreislehrervereins, als Mandatsträger in der Weilburger Stadtverordnetenversammlung und Organisator seiner Abendschule, die der „Volksbildung“ dienen sollte. Auch die populäre Form der Darstellung der im Jahre 1913 hundertjährigen Geschichte der Bürgergarde zeige, Chronist Mankel schrieb nicht für Wissenschaftler, sondern für die Bürger seiner Stadt. Vor allem „Heimatliebe und Heimatpflege“ trieben ihn an, bei den kritischen Zuhörern bittet Mankel/Juric aber um Nachsicht für seinen überschwänglichen Lokalpatriotismus. „Sie haben sich immer vorbildlich engagiert“, sagt Christian Radkovsky, „im Beruf und im Ehrenamt, in der Pflicht und in der Kür. Dafür kann die Stadt dankbar sein und erst recht die Schule, die Ihren Namen trägt.“

 

Direktorin Susanne Kurz zeigte sich stolz und dankte besonders dem Förderverein, den „Freunden der JMS“, die die Gedenktafel gestiftet haben. „So wird auch im Schulgebäude sichtbar, wer der Namensgeber unserer Schule war.“ Der Name bleibe einzigartig, „Geschwister-Scholl"- oder „Albert-Schweitzer"-Schulen gebe es häufiger. In Weilburg erinnerten fast alle Schulnamen an historische Persönlichkeiten: Gymnasium Philippinum (Philipp III. von Nassau-Weilburg), Heinrich von Gagern-Schule (1848 Präsident der Frankfurter Nationalversammlung), Christian-Spielmann-Schule (Historiker und Schriftsteller), Pestalozzischule (Pädagoge und Schulreformer).

 

Susanne Kurz dankte auch ihrer Kollegin Petra Gebhart, die mit Schülerinnen und Schülern ihrer Deutschkurse im Jahrgang 8 das Medienkompetenz-Projekt „Ganz Ohr für deinen Ort“ begleitet hatte. Dabei entstand auch eine gut recherchierte Hörfunk-Reportage auf den Spuren Jakob Mankels. Sie wurde eingespielt und zeigte, dass viele interviewten Schüler nur unklare Vorstellungen von ihm hatten, aber jetzt bestens informiert wurden. „Wir werden unsern Mankel nicht vergessen“, hatte die Bürgergarde am 7. Juli 1920 am Grabe Mankels versprochen. Die Jakob-Mankel-Schule trägt mit ihrem Namen und jetzt mit der Gedenktafel in der Verwaltung mit dazu bei.

 

Ein Beitrag von Jürgen Weil

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Di

18

Aug

2020

Denkmalstag: Ereignisse werfen ihre Schatten voraus...

2020 wird der Tag des offenen Denkmals auch in Weilburg digital. Freuen Sie sich auf spannende Eindrücke, die der Geschichtsverein gerade – zusammen mit vielen Partnern – vorbereitet...

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Di

07

Jul

2020

Geschichtsvereins-Stammtisch startet wieder im August

(cr) Im Juli wird noch pausiert, doch im August wird der Stammtisch des Geschichtsvereins Weilburg wieder seinen gewohnten Rhythmus aufnehmen. Alles weitere dazu und zu weiteren Terminen wird auf dieser Homepage bekannt gegeben.

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Mi

24

Jun

2020

...the schoolmaster is abroad!

Herzlichen Glückwunsch, Werner Richter! Der Geschichtsverein gratuliert mit einer Kalligraphie und einem historischen Zitat:

Mit dieser Kalligraphie aus der Feder von Boris Jurić gratuliert der Geschichtsverein seinem zweiten Vorsitzenden Werner Richter.
Mit dieser Kalligraphie aus der Feder von Boris Jurić gratuliert der Geschichtsverein seinem zweiten Vorsitzenden Werner Richter.

 

‘Look out, gentlemen, the schoolmaster is abroad!

 

And I trust to him, armed with his primer, against the soldier in full military array for upholding and extending the liberties of his country.’ 

 

Lord Brougham (1778 - 1868) British Statesman. Advocate of Liberal causes

 

Übersetzung:

 

Gib Acht, meine Herren, der Lehrer ist unterwegs!

 

Und, bewaffnet mit seinem Lehrbuch, setze ich eher auf ihn als einen Soldat in voller militärischen Glanz und Ausrüstung, um die Freiheit seines Landes aufrecht zu erhalten und zu erweitern.

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Mi

24

Jun

2020

Ein fürwahr großer Europäer wird 80: Werner Richter aus Weilburg

 

 

Weilburg (HPS). – Mit Werner Richter (Weilburg-Waldhausen) feiert am 24. Juni ein großer Europäer seinen 80. Geburtstag. Seit 1958 gestaltet Werner Richter die Weilburger europäische Städtepartnerschaftsarbeit entscheidend mit. Viele Jahre war er Vorsitzender der Europa-Union Oberlahn. Als Mitbegründer des Weilburger Geschichtsvereins in 1980 gehört er heute noch dem Vorstand an. Aber auch in seinem Heimatort Waldhausen engagiert er sich im Verkehrs- und Verschönerungsverein. Für seine herausragenden Verdienste verlieh die Stadtverordnetenversammlung Weilburg 2007 auf Vorschlag vom damaligen Bürgermeister Hans-Peter Schick mit der Ehrenmedaille in Gold Werner Richter die höchste Auszeichnung der Stadt. Werner Richter zeichnet sich in seinem Wirken durch eine glänzende Allgemeinbildung sowie hohe Fachlichkeit und Sachlichkeit aus. Das Miteinander der Menschen zu fördern ist ihm ein Herzensanliegen, ob in Weilburg oder in Europa.

 

Geboren wurde Werner Richter am 24. Juni 1940 in Weseritz; heute heißt die kleine Stadt in Westböhmen Bezdruzice. Mit dem ersten Güterzug heimat-vertriebener Menschen aus dem Sudetenland kam Werner Richter am 4. Februar 1946 in Weilburg an, gemeinsam mit seinen beiden Geschwistern und seiner Mutter. Der Vater musste von 1945 bis 1948 in der Tschechoslowakei zwangsarbeiten, ehe er auch nach Hirschhausen kam. Über Weilmünster und Essershausen kam die Familie dann Ende März 1946 nach Hirschhausen. Dort erhielt die Mutter eine Stelle als Lehrerin in der Volksschule. Werner Richter besuchte das Gymnasium Philippinum in Weilburg; nach dem Abitur studierte er auf Lehramt Anglistik und Geschichte in Frankfurt und in den Jahren 1963 und 1964 an der University of Hull in Yorkshire. 1966 zog Werner Richter nach Waldhausen. 1965 hatte er seine Frau Margarete aus Waldhausen kennengelernt. 

 

Werner Richter bringt sich seit 1958 in die Weilburger Städtepartnerschaftsarbeit ein: So reiste er bereits in den 50er Jahren nach Privas in Frankreich. Überhaupt leistete er in den über 60 Jahren wertvolle Beiträge zu den Städtepartnerschaften mit Privas/Frankreich (seit 1958), Tortona/Italien (1964 – 2008), Zevenaar/Niederlande (1966), Kezmarok/Slowakei (1998), Colmar/Berg (2004), Kizilcahamam/Türkei (2006) und Quattro Castella/Italien (2010). Neben seiner Grundeinstellung als überzeugter Europäer baute Werner Richter auch mit seiner fremdsprachlichen Gewandtheit zahlreiche Brücken von Mensch zu Mensch. Stets hat Werner Richter bis heute das gemeinsame europäische Haus überzeugend gelebt und wurde so zum Vorbild für viele. 

 

Besonders verbunden ist Werner Richter dem Geschichtsverein Weilburg und bringt stets ein umfangreiches historisches Wissen in das Vereinsleben, Veranstaltungen und Ausstellungen ein.

 

Aber auch in der Weilburger Kommunalpolitik war Werner Richter aktiv, so im Ortsbeirat Waldhausen sowie in Stadtverordnetenversammlung, Magistrat und Partnerschaftskommission.  

 

Beruflich wirkte Werner Richter jahrzehntelang als Lehrer in Wetzlar bis 2003 und nahm bis 2010 noch einen Lehrauftrag an der Justus-Liebig-Universität Gießen wahr.

 

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So

07

Jun

2020

Auflösung Historisches Rätselfoto № 7: Taube in der Schlosskirche

Historisches Rätselfoto № 7: Die Taube in der Schloss- und Stadtkirche – Foto: ©Matthias Knaust
Historisches Rätselfoto № 7: Die Taube in der Schloss- und Stadtkirche – Foto: ©Matthias Knaust

 

(cr) Bei dem "Flugobjekt" handelt es sich tatsächlich um die Taube – die den Heiligen Geist symbolisiert und damit gut zu Pfingsten passt.

 

Die Taube befindet sich hoch oben im Zentrum der Holzkuppel der Schloss- und Stadtkirche. Das außergewöhnliche Gebäude wird vom Architekten und Bezirkskonservator Ferdinand Luthmer im Jahre 1917 in seinem Buch "Nassau – Wanderungen durch Kunst und Geschichte" so beschrieben:

 

Die Schloß- und Stadtkirche ist ein schönräumiger Saal von 24 auf 18 m, die Wände durch Pilaster gegliedert und mit einem Holzgewölbe überdeckt, in das an beiden Landseiten große Stichkappen einschneiden, entsprechend zwei halbrunden Nischen, die an der einen Seite von dem Kanzel- und Orgel Aufbau, gegenüber von der fürstlichen Loge eingenommen werden. Der neben der Kirche stehende Turm ist derjenige der Martinskirche, der das Stadtbild in schönster Weise beherrscht.

 

Blick auf die Stadt- und Schlosskirche und das Alte Rathaus in Weilburg. Foto: Manfred Horz
Blick auf die Stadt- und Schlosskirche und das Alte Rathaus in Weilburg. Foto: Manfred Horz
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So

31

Mai

2020

Historisches Rätselfoto № 7

Historisches Rätselfoto № 7 - Wir wünschen viel Freude beim Mitraten! – Foto: ©Matthias Knaust
Historisches Rätselfoto № 7 - Wir wünschen viel Freude beim Mitraten! – Foto: ©Matthias Knaust

Jeden Sonntag/Feiertag: Das historische Rätselfoto – Viel Freude beim Mitraten!

 

(cr) Für dieses Rätselfoto hat Matthias Knaust mit seinen Kamera tatsächlich ein Flugobjekt anvisiert - das Ihnen aber hoffentlich nicht unbekannt vorkommt.

 

Auf jeden Fall passt das Flugobjekt sehr zu diesem Feiertagswochenende. Doch wofür steht es genau? Und in welchem Gebäude wurde es aufgenommen?

 

Sie haben doch bestimmt eine geistreiche Idee? Der Geschichtsverein freut sich über Ihre Antworten: Sie können gerne des Rätsels Lösung als Kommentar auf dieser Seite schreiben!

 

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So

31

Mai

2020

Auflösung Historisches Rätselfoto № 6: Schaufellader (Bergbau- und Stadtmuseum)

Historisches Rätselfoto № 6: Der Schaufellader EIMCO 912-LHD – Foto: ©Matthias Knaust
Historisches Rätselfoto № 6: Der Schaufellader EIMCO 912-LHD – Foto: ©Matthias Knaust

(cr) Dieses Foto hat Matthias Knaust natürlich im Weilburger Bergbau- und Stadtmuseum aufgenommen. Genauer gesagt im "Tiefen Stollen", einem Schaubergwerk mit zahlreichen Großgeräten aus der einstigen Bergbauregion um Weilburg.

 

Vorgeführt wird das gesuchte Objekt übrigens vom Museumsleiter Holger Redling persönlich. Das Gerät ist ein Schaufellader EIMCO 912-LHD, Baujahr 1973 mit einem Gesamtgewicht von 8 t. Die Motorleistung von 76 PS bewältigt ein Fassungsvermögen der Schaufel von 1,72 m³ (ca. 2 t Erz).

 

Wer möchte, kann sich den Schaufellader und vieles mehr im Museum anschauen! Mit den üblichen Regeln (Maximal 50 Besucher gleichzeitig. - Abstands- und Hygieneregeln einhalten. - Falls Sie sich krank fühlen bleiben Sie bitte zuhause.) ist das Bergbau- und Stadtmuseum nämlich wieder geöffnet. Weitere Informationen unter: www.museum-weilburg.de

Auf www.museum-weilburg.de gibt es noch folgende Erklärung zu dem Schaufellader:

 

"Nicht nur die Anschaffung eines Großgerätes stellte einen erheblichen Kostenfaktor dar, sondern auch dessen Aufstellung unter Tage. Es gab oft nur die eine Transportmöglichkeit: Maschine über Tage auseinander bauen, Einzelteile im Förderkorb unter Tage bringen und dort wieder zusammensetzen. Dies traf auch bei dem Schaufellader zu, der auf der Grube Fortuna bei Oberbiel bis zur Stilllegung 1983 insgesamt 10 Jahre gearbeitet hatte.

Die LHD-Technik ermöglichte die Kombination von Laden und Transportieren. Wie die Schrapperanlage konnte der Lader das Eisenerz auf die tiefergelegene Förderstrecke stürzen. Der Antrieb über einen 6-Zylinder-Dieselmotor und die mit eisernen Schutzketten überzogenen Räder gaben dem Gerät die nötige Bewegungsfreiheit, die es brauchte, um in den Grubenräumen von mindestens 6 m Querschnitt zwischen Abbau und Rollloch zu rangieren. Dabei erleichterte der seitlich angebrachte Sitz dem bedienenden Bergmann vor allem das Rückwärtsfahren."

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So

24

Mai

2020

Historisches Rätselfoto № 6

Historisches Rätselfoto № 6 - Wir wünschen viel Freude beim Mitraten! – Foto: ©Matthias Knaust
Historisches Rätselfoto № 6 - Wir wünschen viel Freude beim Mitraten! – Foto: ©Matthias Knaust

Jeden Sonntag/Feiertag: Das historische Rätselfoto – Viel Freude beim Mitraten!

 

(cr) Bei diesem Rätselfoto - aufgenommen von Matthias Knaust - gilt es gleich mehrere Aufgaben zu lösen.

 

Leicht zu beantworten ist vermutlich die Frage, in welcher Institution es aufgenommen wurde - und welche Person hier "am Rad dreht".

 

Aber wo genau im Gebäude wurde das Bild gemacht? Und was ist das eigentlich für ein besonderes Gerät, das hier präsentiert wird?

 

Haben Sie eine Idee? Der Geschichtsverein freut sich über Ihre Antworten: Sie können gerne des Rätsels Lösung als Kommentar auf dieser Seite schreiben!

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Fr

22

Mai

2020

Auflösung Historisches Rätselfoto № 5: Johann-Ernst-Denkmal auf dem Marktplatz

Historisches Rätselfoto № 5: Das Graf-Johann-Ernst-Denkmal – Foto: ©Matthias Knaust
Historisches Rätselfoto № 5: Das Graf-Johann-Ernst-Denkmal – Foto: ©Matthias Knaust

 

(cr) Es sind tatsächlich gräfliche Nasenlöcher, in die uns der Fotograf Matthias Knaust hier einen Blick gewährt. Genauer gesagt handelt es sich um das Graf-Johann-Ernst-Denkmal, das auf der Nordostseite des Weilburger Marktplatzes steht.

 

Einen Riesen zeigt es zwar nicht, aber fürwahr einen großen Mann, dessen enorme Bautätigkeit die Architektur Weilburgs bis auf den heutigen Tag prägt. Und den "Nassauer Löwen" trägt er selbstverständlich auch im Wappen.  

 

Johann Ernst von Nassau Weilburg

Portrait Graf Johann Ernst ©Unidentified painter/Public domain

© Photograph: Christian Bickel 12:02, 23. Sep. 2006 (CEST) / CC BY-SA 2.0 DE
© Photograph: Christian Bickel 12:02, 23. Sep. 2006 (CEST) / CC BY-SA 2.0 DE

Die Büste aus Bronze entstand lange nach dem Tod des Grafen: 1896 wurde sie vom Schweriner Bildhauer Hugo Berwald angefertigt. Das Original des Denkmals stand ursprünglich im Schlossgarten und befindet sich heute im Mittelsaal der Oberen Orangerie. Für den Weilburger Marktplatz wurde eine Kopie angefertigt.

 

Weilburg (Lahn) Denkmal Herzog Johann Ernst von Nassau (1)

Graf-Johann-Ernst-Denkmal im Schlossgarten, die Aufnahme entstand vor 1900 ©Hugo Berwald/Public domain

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Mi

20

Mai

2020

175 Jahre Synagoge Weilburg

Gedenkmoment am 9. Mai 2020, 18:00 Uhr

Rede von Joachim Warlies zum Gedenkmoment Synagogenjubiläum in der Bogengasse

Wir erinnern heute, für einen Moment, an einen besonderen Tag: Heute, genau vor 175 Jahren, wurde in diesem Hause, Bogengasse Nr. 2, eine Synagoge eingeweiht. Am 9. Mai 1845, um 18 Uhr, begannen hier die Einweihungsfeierlichkeiten für die Synagoge.

 

Uns trennen heute 175 Jahre von diesem Tag, 175 Jahre sind eine sehr große Distanz. Im Jahr 1845 gab es noch keine Eisenbahn an der Lahn. Es gab auch noch kein Deutsches Reich, sondern nur einen Deutschen Bund. Diesem Deutschen Bund gehörte auch das Herzogtum Nassau an, das Herzogtum Nassau mit Herzog Adolph an der Spitze. Zu diesem Herzogtum gehörte Weilburg. Und hier in Weilburg gab es eine kleine jüdische Gemeinde, die wohl in den dreißiger Jahren gegründet worden war. Die Gottesdienste oder gottesdienstähnlichen Veranstaltungen wurden zunächst in einer geräumigen Privatwohnung in der Schwanengasse abgehalten, die sich aber sehr schnell als zu klein erwies. Der Wunsch nach einer eigenen Synagoge wurde deswegen schon früh laut. Aber es sollten noch mehr als 10 Jahre vergehen, bis dieser Wunsch realisiert werden konnte.

 

1843 erwarb die jüdische Gemeinde Weilburg von dem Bierbrauer Rosenkranz den Gebäudeteil Nr. 2, der durch Umbaumaßnahmen im Innern vom Gebäudeteil Nr. 4 abgetrennt wurde. Nr. 2/4 war ursprünglich ein Gebäude und war 1783 – 1785 als Husarenkaserne errichtet worden. Die Umbauarbeiten konnten überraschend schnell abgeschlossen werden, und so kam es bereits am 9. Mai 1845 zur Einweihung der Synagoge. Im Innern waren folgende Änderungen vorgenommen: Der ehemalige Speisesaal wurde zur Synagoge, die Galerie der Musiker wurde zur Frauenempore. Außerdem erhielt die Synagoge eine Orgel. Außerdem wurden eine Lehrerwohnung und ein Lehrzimmer eingerichtet. Der Ankauf des Hauses und die Umbauarbeiten wurden allein von der jüdischen Gemeinde Weilburg finanziert, die hierfür ein Darlehen von 4000 Gulden aufnehmen musste.

 

1845 zählte die jüdische Gemeinde 93 Mitglieder: 54 wohnten in Weilburg sowie 39 in den so genannten „Filialorten“ Löhnberg, Merenberg und Waldhausen. In Löhnberg 17, in Merenberg 18 und in Waldhausen 4.

 

In den folgenden Jahrzehnten nahm die Zahl der Juden stetig zu - die Gründe hierfür sind unbekannt – und erreichte mit 220 ihren Höchststand im Jahre 1885. Danach schrumpfte die Zahl der Gemeindemitglieder genauso stetig und lag vor dem Ersten Weltkrieg bei knapp über 100.

 

Die jüdische Gemeinde hatte mit der Synagoge ein Gemeindezentrum erhalten, das in den kommenden Jahrzehnten für Gottesdienste, für den Religionsunterricht der Kinder sowie für andere Zwecke der Gemeinde genutzt wurde. Neben der evangelischen und der katholischen Kirche gab es nun als drittes Gotteshaus die Synagoge hier in der Bogengasse. Die Synagoge gehörte fortan zum Weilburger Alltag. Und in der Zeitung erschienen unter „Kirchliche Nachrichten“ nun auch Ankündigungen über Gottesdienste in der Synagoge Weilburg. Allwöchentlich fanden 4 Gottesdienste in der Synagoge statt: einer am Freitagabend und drei am Samstag.

 

Zur Synagoge gehörten immer auch Menschen, die das Haus mit Leben erfüllten. Und so wollen wir heute nicht nur an die Geschichte dieses Hauses erinnern, sondern auch an die jüdischen Menschen, die hier in Weilburg lebten, an jüdische Weilburger.

 

Ich erinnere, stellvertretend für alle anderen, an drei Männer:

  • Der erste Weilburger Stadtverordnetenvorsteher nach dem Ersten Weltkrieg hieß Nathan Reifenberg. Er war nicht nur jüdischer Konfession, er war sogar der Kultusvorsteher der jüdischen Gemeinde Weilburg.
  • Der Kaufmann Theodor Kirchberger, langjähriger Präsident der IHK Limburg, war Ehrenmitglied der Weilburger Bürgergarde und hielt alljährlich Ansprachen bei der Weilburger Kirmes.
  • Der Kaufmann Berthold Jessel gehörte 1905 zu den Mitbegründern des Weilburger Rudervereins, dem er über Jahrzehnte verbunden blieb. In den zwanziger Jahren war er Vorsitzender des Rudervereins, und Anfang der dreißiger Jahre wurde er zum Vorsitzenden des Kur- und Verkehrsvereins Weilburg gewählt.

Jüdische Mitglieder fanden sich in fast allen Weilburger Vereinen: im Turnverein, im Fußballverein, im Ruderverein, in der Bürgergarde, im Liederkranz, sogar im Kriegerverein „Germania“. Nichts unterstreicht deutlicher, wie stark die Juden in Weilburg integriert waren. Sie standen nicht am Rande der Gesellschaft, sondern mitten in ihr, sie waren Teil dieser Gesellschaft. Hier waren die meisten von ihnen geboren, hier haben sie gelebt und gearbeitet, Weilburg war ihr Lebensmittelpunkt, ihre Heimat. Sie waren Teil des Weilburger Alltags. Die einen angesehen, die anderen weniger angesehen. Einige wohlhabend, die meisten weniger wohlhabend, aber alle genauso deutsch wie die anderen Weilburger auch.

Das war die Normalität der zwanziger Jahre. Nichts, aber auch gar nichts deutete damals auf die spätere Katastrophe der so genannten „Endlösung“ hin.

 

Dann kam das Jahr 1933, es war der Wendepunkt wie überall in Deutschland. Für die jüdischen Weilburger begann nun ein neuer Alltag. Ich rede nicht von der antijüdischen Politik des Deutschen Reichs, ich rede von den Veränderungen, die sich hier in Weilburg ab 1933 sichtbar vollzogen:

  • Am 1. April 1933 fand die Boykottaktion gegen so genannte „jüdische Geschäfte“ statt.
  • Als das WT amtliches Mitteilungsblatt geworden war, erschienen keine Mitteilungen mehr über Gottesdienste in der Synagoge;
  • Im September veröffentlichte das WT folgende Anzeige: Inserate jüdischer Firmen werden von uns nicht aufgenommen. Wir bitten unsere Leser, die bei uns inserierenden deutschen Geschäfte beim Einkauf zu berücksichtigen.
  • Und ein Geschäft warb zu Weihnachten 1933 mit dem Slogan: Kauft deutsche Ware.
  • In der zweiten Hälfte des Jahres 1933 begann die Druckerei des Tageblatts, Schilder zu drucken, die die Aufschrift trugen: Hier sind Juden nicht erwünscht.
  • Das damals bekannteste Weilburger Hotel machte sich diese Aufforderung zu eigen und erteilte den Geschwistern Jessel, die Stammgäste gewesen waren, schon 1933 Lokalverbot.
  • Weitere Geschäfte und Lokale folgten diesem Beispiel. Aber dies war nur der Anfang.
  • In der Folgezeit schlossen die Vereine ihre jüdischen Mitglieder aus oder legten ihnen den Vereinsaustritt nahe bzw. ließen sie nicht mehr am Vereinslebeben teilnehmen.
  • 1935 wurde den Juden verboten, ihre Häuser anlässlich der Weilburger Kirmes zu beflaggen. Ab 1937 durften sie den Weilburger Schlossgarten nicht mehr betreten.
  • Im Weilburger Tageblatt, das bereits 1932 zum „Kampfblatt“ der NSDAP geworden war, herrschte seit 1933 ein betont aggressiv-antisemitischer Berichtsstil vor. 
  • Immer wieder wurde in Artikeln lautstark zum Boykott jüdischer Geschäfte aufgefordert, und die so genannten „Judenfreunde“ unter den Weilburgern wurden heftig angegriffen. In den Artikeln waren die Weilburger Juden direkte Zielscheibe der antisemitischen Propaganda. Die Juden wurden beschimpft als „plattfußbehaftete Nichtarier“, als „plattnasiges Semitenvolk“ und als „Libanontiroler“.

 

All dies zusammen hatte gravierende Auswirkungen auf das Zusammenleben in der Weilburger Bevölkerung: Die Juden wurden aus der Gesellschaft verdrängt, sie verschwanden nach und nach aus dem Stadtbild, so hat vor Jahren einmal eine alte Weilburgerin die damalige Situation beschrieben.

Zwar führten nicht alle Geschäfte und Lokale das Schild „Hier sind Juden nicht erwünscht“, und immer noch gab es Kunden, vor allem aus den umliegenden Dörfern, die noch lange in jüdischen Geschäften kauften – aber insgesamt wurde der Alltag für die Weilburger Juden ab 1933 zunehmend bedrückender. Vor allem gekennzeichnet durch eine fortschreitende Isolierung und Vereinsamung, hinzu kamen erhebliche wirtschaftliche Probleme.

Dann als schrecklicher Höhepunkt die Gewalttaten am 10. November 1938. Offene Gewalt gegen Weilburger Juden in der Limburger Straße, in der Bahnhofstraße und in der Niedergasse.

 

Nein, dieses Weilburg war den Juden keine Heimat mehr. Und so begann schon 1933 die Abwanderung, die ersten wanderten schon 1933 aus, andere zogen in andere Städte und Gemeinden um. Jahr für Jahr schrumpfte so die Zahl der in Weilburg lebenden Juden. 1935 lebten noch 45 Juden hier, 1938 nur noch 18 Juden.

Von einem Gemeindeleben konnte schon bald keine Rede mehr sein. So wurde das Synagogengebäude im September 1938 an einen Weilburger Kaufmann verkauft, Ende Oktober 1938 löste sich die jüdische Gemeinde Weilburg auf. Auch danach lebten noch einige Juden hier. Diese 14 Personen verließen im März 1940 Weilburg und zogen nach Frankfurt. Dies war der Schlusspunkt, ab jetzt gab es keine Juden mehr in Weilburg. Die Hoffnungen dieser 14 Personen, von Ffm. aus noch auswandern zu können, erfüllten sich nicht. Auch sie wurden Opfer der nationalsozialistischen Judenvernichtung, ebenso wie alle anderen, denen die Auswanderung ebenfalls nicht gelungen war.

Insgesamt müssen wir 44 Weilburger Opfer beklagen.

 

Nach Weilburg sind ausgewanderte Juden nicht mehr zurückgekehrt, einen Neuanfang hat es nach 1945 nicht mehr gegeben. Jüdisches Leben in Weilburg gehört unwiederbringlich der Vergangenheit an. Auch die Erinnerung daran ist bereits stark verblasst. Es leben heute wahrscheinlich nur noch ganz wenige Personen, die Weilburger Juden gekannt haben und sich ihrer erinnern. Sie sind die letzten noch lebenden Zeitzeugen. Von den ausgewanderten Weilburger Juden lebt niemand mehr. Jüdisches Leben ist so bereits Teil der Weilburger Geschichte geworden.

 

Wir, die Nachgeborenen, haben die Aufgabe, die Erinnerung an dieses Leben zu bewahren und weiterzugeben. Der heutige Tag ist eine Gelegenheit dazu.

Joachim Warlies und Ido Michel vor der Synagoge in der Bogengasse – Foto:  © Margit Bach
Joachim Warlies und Ido Michel vor der Synagoge in der Bogengasse – Foto: © Margit Bach

Nachtrag:

Die Einweihung der Synagoge am 9. Mai 1845 war ein historischer Moment in der Geschichte der noch jungen jüdischen Gemeinde Weilburg. Aus diesem Grund wurden die Namen aller Juden aufgeschrieben, die damals der Gemeinde Weilburg angehörten. Diese Liste wird im Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden verwahrt. Daraus können die Namen aller Juden entnommen werden, der Erwachsenen ebenso wie der Kinder.

 

Ich berichtete vorhin, dass 1845 im Filialort Waldhausen 4 Juden ansässig waren. Es handelte sich dabei um eine vierköpfige Familie, und zwar um die Eltern Nathan Michel und seine Ehefrau Vogel geb. Katz und die Kinder Michael und Hanna, die beide in Waldhausen geboren wurden. Heute weilt unter uns Herr Ido Michel, der in Maintal wohnt. Ido Michel ist nachweislich ein direkter Nachfahre dieses Nathan Michel aus Waldhausen. Nathan Michel ist der Urururgroßvater von Ido Michel. Wir freuen uns, dass Ido Michel unserer Einladung gefolgt ist. Er wird gleich ein Blumengebinde am ehemaligen Synagogengebäude niederlegen.

 

Die Familie Michel ist eng mit Weilburg und dieser Synagoge verbunden: Nathans Sohn Michael zog in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts nach Weilburg, er ist auf dem jüdischen Friedhof Weilburg beerdigt. Michaels fünf Kinder sind sämtlich in Weilburg geboren, darunter als jüngstes Kind Leopold im Jahre 1875. Leopold Michel betrieb am Marktplatz, im Haus Nr. 12, in den zwanziger Jahren bis etwa zur Mitte der dreißiger Jahre ein Geschäft für Felle, Därme und Lederwaren. Von 1926 bis 1931 war er Kultusvorsteher der jüdischen Gemeinde Weilburg, 1938 emigrierte er schweren Herzens nach Palästina und folgte seinem Sohn Manfred nach, der bereits 1936 nach Palästina ausgewandert war. In Leopolds Gepäck befand sich die Thora der Weilburger Synagoge, die seitdem in einer israelischen Synagoge verwahrt wird.

 

Wir wissen nicht, ob Nathan Michel am 9. Mai 1845 bei der Einweihung der Synagoge zugegen war. Wir können aber sicher sein, dass er und seine Familie regelmäßig die Synagoge hier in der Bogengasse besucht haben.

 

Wenn also heute sein Urururenkel ein Blumengebinde an diesem Gebäude niederlegt, dann ist dies eine Handlung von hohem Symbolgehalt: ein Brückenschlag zwischen 1845 und 2020.

Joachim Warlies, pensionierter Schulleiter und ehemaliger Vorsitzender des Geschichtsvereins, hat sich über Jahrzehnte in intensiver Forschungsarbeit der Geschichte der jüdischen Weilburger gewidmet – der Geschichtsverein dankt ihm für dieses Redemanuskript sowie Margit Bach für die Fotos und Hans-Peter Schick für die Organisation des Termins. Herzlich danken wir besonders Ido Michel für seinen Beitrag zur Feierstunde in der Heimatstadt seiner Vorfahren.

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So

17

Mai

2020

Historisches Rätselfoto № 5

Historisches Rätselfoto № 4:  Wer ist die gesuchte Person? - Wir wünschen viel Freude beim Mitraten! – Foto: ©Matthias Knaust
Historisches Rätselfoto № 5: Wer ist die gesuchte Person? - Wir wünschen viel Freude beim Mitraten! – Foto: ©Matthias Knaust

Jeden Sonntag/Feiertag: Das historische Rätselfoto – Viel Freude beim Mitraten!

 

(cr) Dieses Rätselfoto ist wieder eine Detailaufnahme - dieses mal wieder aus der fotografischen Schatztruhe von Matthias Knaust. 

 

Ob es wohl einen Riesen zeigt? Zumindest scheint es eine bedeutende Persönlichkeit gewesen zu sein. Man könnte durchaus von einem Baulöwen sprechen, was die gesuchte Person zumindest hinsichtlich ihres Wappentieres erfreut hätte. 

 

Um welche Person geht es und wo wurde das Bild aufgenommen? 

 

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Sa

16

Mai

2020

Auflösung Historisches Rätselfoto № 4: Das Brückendenkmal

 

(cr) Eine Figur nur anhand der Füße zu erkennen, ist schwer – deshalb Gratulation an alle, die den richtigen Riecher hatten!

 

Bei dem Objekt handelt es sich um die Rekonstruktion des Denkmals auf der Steinernen Brücke in Weilburg. Die Mutterfigur mit den zwei Kindern passt natürlich zum Muttertag, an dem wir das Foto veröffentlicht haben – doch das Denkmal wurde einst für die Opfer des ersten Weltkriegs errichtet und in den letzen Tagen des zweiten Weltkriegs, am 27. März 1945, zerstört.

 

Anders als viele martialische Kriegsdenkmäler seiner Zeit schlägt das Brückendenkmal deutlich andere Töne an, wie auch die Inschrift zeigt:

Historisches Rätselfoto № 4:  Das Denkmal auf der Steinernen Brücke – Foto: ©Christian Radkovsky
Historisches Rätselfoto № 4: Das Denkmal auf der Steinernen Brücke – Foto: ©Christian Radkovsky

 

Lange nach der Zerstörung wurde im Jahr 2006 wieder eine Rekonstruktion des Denkmals an dieser Stelle aufgestellt, die nach einer Restaurierung im Jahr 2019 nun wieder im neuen Glanz erstrahlt. Beides war nur möglich durch ein großes Engagement der Stadt und der Weilburger Vereine sowie durch die erhebliche Spendenbereitschaft von Weilburger Bürgern.

Historisches Rätselfoto № 4:  Das Denkmal auf der Steinernen Brücke – Foto: ©Christian Radkovsky
Historisches Rätselfoto № 4: Das Denkmal auf der Steinernen Brücke – Foto: ©Christian Radkovsky
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So

10

Mai

2020

Historisches Rätselfoto № 4

Historisches Rätselfoto № 4:  Wozu könnte dieses Detail gehören? - Wie wünschen viel Freude beim Mitraten! – Foto: ©Christian Radkovsky
Historisches Rätselfoto № 4: Wozu könnte dieses Detail gehören? - Wir wünschen viel Freude beim Mitraten! – Foto: ©Christian Radkovsky

Jeden Sonntag/Feiertag: Das historische Rätselfoto – Viel Freude beim Mitraten!

 

(cr) Dieses Rätselfoto ist eine Detailaufnahme. Und das gesuchte Objekt passt eigentlich zu dem schönen Motto, das der heutige Sonntag traditionell für viele Familien hat.

 

Doch das Objekt hat einem wirklich sehr ernsten Hintergrund – und unterscheidet sich in hohem Maße von seinesgleichen, die es überall im Land gab.

 

Im Original erhalten ist es nicht, was man durchaus als Ironie der Geschichte bezeichnen kann. Erst nach langer Zeit ermöglichte viel Engagement und Bürgersinn die Rekonstruktion.

 

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Fr

08

Mai

2020

Auflösung historisches Rätselfoto № 3: Die Kirchhofsmühle

Historisches Rätselfoto № 3: Die Kirchhofsmühle – Foto: ©Matthias Knaust
Historisches Rätselfoto № 3: Die Kirchhofsmühle – Foto: ©Matthias Knaust

(cr) Vielen Dank für die zahlreichen Kommentare und Mails, die uns zu diesem Rätsel zum "Tag der Arbeit" erreicht haben!

 

Und in der Tat ist vielen Einsendern "ein Licht aufgegangen". Des Rätsels Lösung ist die Kirchhofsmühle, auch "Mosers Mühle" genannt, die sich südlich der Weilburger Altstadt in der Nähe der Schiffstunneleinfahrt befindet.

 

Eine Getreidemühle gab es an dieser Stelle schon im Mittelalter, 1421 wurde diese zum ersten Mal erwähnt. Im 19. Jahrhundert wurde die Mühle im Zuge der Industrialisierung erheblich umgebaut und um 1880 ein neues Hauptgebäude errichtet.

 

Für Weilburg hatte aber die Einführung einer neuen Technologie eine erhebliche Bedeutung: Die Umrüstung der alten Mühlräder auf Turbinen – ab 1877 – ermöglichte die Stromerzeugung. 


Ab 1906 wurden auch Weilburger Haushalte mit Elektrizität versorgt – und so konnte auch in Weilburg "die Nacht zum Tag" gemacht werden.

 

Die Kirchhofsmühle ist als Einzelkulturdenkmal aus geschichtlichen und technischen Gründen im Denkmalverzeichnis eingetragen.

 

Der Weilburger Mühlberg mit der Kirchhofsmühle (rechts), um 1914 - Foto: ©Weilburg, Erinnerungen, hrsg. vom Geschichtsverein Weilburg e.V., 2004, S. 86
Der Weilburger Mühlberg mit der Kirchhofsmühle (rechts), um 1914 - Foto: ©Weilburg, Erinnerungen, hrsg. vom Geschichtsverein Weilburg e.V., 2004, S. 86
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Fr

01

Mai

2020

Historisches Rätselfoto № 3

Historisches Rätselfoto № 3:  Wo ist dieses Fenster zu sehen? - Viel Freude beim Mitraten! – Foto: ©Matthias Knaust
Historisches Rätselfoto № 3: Wo ist dieses Fenster zu sehen? - Viel Freude beim Mitraten! – Foto: ©Matthias Knaust

Jeden Sonntag/Feiertag: Das historische Rätselfoto – Viel Freude beim Mitraten!

 

(cr) Passend zum heutigen "Tag der Arbeit" gibt es ein Detailfoto, welches von einem großen Gebäude stammt, das für die technische Entwicklung und Industriekultur im Lahntal steht und seine Blütezeit im 19. und frühen 20. Jahrhundert hatte. Dabei sind Vorgängerbauten schon vor fast 600 Jahren belegt.

 

Die Aufnahme – wieder aus der Schatztruhe von Matthias Knaust – ist auch schon ein paar Jahre alt. Das Gebäude stand einst für den Fortschritt. Und die Versorgung mit einer ganz neuen Ware hatte ab 1906 einen erheblichen Einfluss auf den Tagesablauf vieler Haushalte in der Stadt.

 

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So

26

Apr

2020

Auflösung historischen Rätselfoto № 2: Die Heilig-Grab-Kapelle

Historisches Rätselfoto № 2: Die Heilig-Grab-Kapelle – Foto: ©Matthias Knaust
Historisches Rätselfoto № 2: Die Heilig-Grab-Kapelle – Foto: ©Matthias Knaust

 

(cr) Das Foto von Matthias Knaust zeigt eines der ältesten noch erhaltenen Gebäude Weilburgs: Die Heilig-Grab-Kapelle.

 

Die Kapelle bildet eine Einheit mit der Kreuzigungsgruppe am Kalvarienberg. Errichtet ab 1505 durch Baumeister Brungen von Bingenheim geht das Ensemble auf die Jerusalem-Wallfahrt des Grafen Johann Ludwig von Nassau-Saarbrücken zurück.

 

Der Bau der Kapelle kann im Zusammenhang mit dem Wunsch des katholischen Grafen nach einem männlichen Nachfolger gesehen werden. Doch auch wenn dies zunächst erfüllt schien – am Ende wurde unter den nachfolgenden nassauischen Grafen die Reformation eingeführt und gefestigt...

 

Zusammen mit dem nicht mehr vorhandenen Kreuzweg dienten Heilig-Grab-Kapelle und Kalvarienberg vor allem den großen österlichen Prozessionen, die damals in Weilburg stattfanden.

 

Bildet mit der Heilig-Grab-Kapelle eine Einheit: Der Kalvarienberg – Foto: ©Matthias Knaust
Bildet mit der Heilig-Grab-Kapelle eine Einheit: Der Kalvarienberg – Foto: ©Matthias Knaust
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So

12

Apr

2020

Historisches Rätselfoto № 2

Historisches Rätselfoto № 2: Dieses Mal ist es ein Gebäude mit einer ganz besonderen Ausstrahlung - Viel Freude beim Mitraten! – Foto: ©Matthias Knaust
Historisches Rätselfoto № 2: Dieses Mal ist es ein Gebäude mit einer ganz besonderen Ausstrahlung - Viel Freude beim Mitraten! – Foto: ©Matthias Knaust

Jeden Sonntag: Das historische Rätselfoto des Geschichtsvereins – Viel Freude beim Mitraten!

 

(cr) Auch am heutigen Feiertag gilt es, ein Gebäude zu erraten. Die Aufnahme hat dankenswerterweise wieder Matthias Knaust zur Verfügung gestellt.

 

Während die stimmungsvolle Beleuchtung jüngeren Datums ist, handelt es sich um ein sehr altes Gebäude. Jedoch sollte man sich von den Öffnungen a lá Schießscharte nicht auf eine falsche Fährte locken lassen.

 

Errichtet wurde das gesuchte Gebäude am Vorabend einer Zeitenwende. Und am Anfang stand ein großes Gelübde, das mit dem Bau zwar erfüllt wurde - aber dann ganz andere Auswirkungen hatte. In jedem Fall handelt es sich um ein Kleinod, inspiriert von einem viel größeren und sehr weit entfernten Bauwerk... 

      

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Sa

11

Apr

2020

Auflösung des historischen Rätselfotos № 1: Der Windhof

Historisches Rätselfoto № 1: Der Windhof – Foto: ©Matthias Knaust
Historisches Rätselfoto № 1: Der Windhof – Foto: ©Matthias Knaust

(cr) Vielen Dank an alle, die mitgeraten haben. Und wir haben es wirklich nicht leicht gemacht! 

 

Ein Händchen für das fotografische Detail hat Matthias Knaust, von dem die Aufnahme stammt. Und man muss schon sehr genau die Spiegelung betrachten, um das Gebäude zu erahnen:

 

Es handelt sich tatsächlich um den Windhof, der 1713 und 1726 nach Plänen von Julius Ludwig Rothweil errichtet wurde. Auf dem Berg vor den Toren der Stadt Weilburg gelegen bestand die Schlossanlage aus dem Herrschaftshaus und zwei Seitenflügeln. Dazwischen war ein großer, künstlicher Teich angelegt. 

 

Hervorgegangen aus einem Hofgut war das Schlösschen der höfischen Repräsentation gewidmet – nach dem Vorbild des Trianon de Porcelaine in Versaille – aber diente auch weiterhin der Landwirtschaft. Ab 1934 folgten erhebliche Umbauten, da der Windhof Teil einer großen Hochschulanlage werden sollte.

 

Heute gehört der Windhof zur Staatlichen Technikakademie Weilburg und wird als Wohnheim für die Studierenden genutzt.

 

Das Schloss Windhof in Weilburg: Vor dem Herrschaftshaus erkennt man Kopfsteinpflaster, das manchmal Pfützen mit interessanten Spiegelungen hat – Foto: ©Christian Radkovsky
Das Schloss Windhof in Weilburg: Vor dem Herrschaftshaus erkennt man Kopfsteinpflaster, das manchmal Pfützen mit interessanten Spiegelungen hat – Foto: ©Christian Radkovsky

Am morgigen Sonntag folgt Rätselfoto № 2!

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So

05

Apr

2020

Historisches Rätselfoto № 1

Historisches Rätselfoto № 1: Welches Gebäude spiegelt sich hier malerisch in den Pfützen des Kopfsteinpflasters? Viel Freude beim Mitraten! – Foto: ©Matthias Knaust
Historisches Rätselfoto № 1: Welches Gebäude spiegelt sich hier malerisch in den Pfützen des Kopfsteinpflasters? Viel Freude beim Mitraten! – Foto: ©Matthias Knaust

Jeden Sonntag: Das historische Rätselfoto des Geschichtsvereins – Viel Freude beim Mitraten!

 

(cr) Den Auftakt zur neuen Reihe des historischen Rätselfotos macht eine Aufnahme von Matthias Knaust. Der neue Beisitzer im Vorstand des Weilburger Geschichtsvereins hat dafür seine mit besonderen Aufnahmen gut gefüllte Schatzkiste geöffnet. Vielen Dank, Matthias Knaust!

 

Auf dem Foto spiegelt sich malerisch ein Gebäude in den Pfützen des Kopfsteinpflasters. Einst dem Vergnügen gewidmet dient es heute als Heimstatt für junge Menschen. Wer kennt das Gebäude? Wo steht es? Und wie wird es heute genutzt?

 

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Mi

25

Mär

2020

Christian Radkovsky ist neuer Vorsitzender des Weilburger Geschichtsvereins

Blumen vom neuen Vorstand für Frances Wharton - V.l.n.r.: Christian Radkovsky, Matthias Losacker, Matthias Knaust, Dieter Langer, Gerhard Pauligk, Hans-Peter Schick, Frances Wharton,  Peter Krauß - Foto: ©Geschichtsverein Weilburg
Blumen vom neuen Vorstand für Frances Wharton - V.l.n.r.: Christian Radkovsky, Matthias Losacker, Matthias Knaust, Dieter Langer, Gerhard Pauligk, Hans-Peter Schick, Frances Wharton, Peter Krauß - Foto: ©Geschichtsverein Weilburg

Weilburg (HPS). – Einstimmig hat die Mitgliederversammlung des Weilburger Geschichtsvereins am 7. März Christian Radkovsky zum neuen Vorsitzenden und damit zum Nachfolger von Matthias Losacker gewählt. Die Vorstandswahlen unter der Leitung von Bruno Götz brachten bei nur einstimmigen Wahlen folgendes Ergebnis: 2. Vorsitzender Werner Richter, Schriftführer Hans-Peter Schick, Kassierer Gerhard Pauligk, Archivpfleger Peter Krauß und als Beisitzer Ann-Kathrin Schild, Matthias Knaust, Pfarrer Guido Hepke und Dieter Langer. Kraft Amtes gehört der Leiter des Bergbau- und Stadtmuseums Holger Redling ebenfalls dem Vorstand an. 106 Mitglieder zählt der Geschichtsverein Weilburg.

 

Bei seinem Rückblick auf das Vereinsgeschehen nannte Matthias Losacker das Jahr 2019 eines der aktivsten Jahre des Weilburger Geschichtsvereins. Losacker dankte dem Vorstand sowie den Mitgliedern und allen Partnern in der Arbeit für das erfolgreiche gemeinsame Wirken. Stellvertretend für die Aktivitäten in 2019 nannte Losacker die beiden Ausstellungen „L’esprit d’architecture – Bauen im Barock“ und „Weilburger Brücken – von der Steinernen Brücke bis zur Oberlahnbrücke“ sowie den TAG DES OFFENEN DENKMALS „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“. Auch erwähnte Losacker die Präsentation des sanierten Friedensdenkmals auf der Steinernen Brücke sowie die Gedenkmomente anlässlich des 1100. Todestages von König Konrad I. und dem 300. Todestag von Graf Johann Ernst. Erfolgreich verlief die gemeinsame Fahrt mit dem Weilburger Forum „Auf den Spuren Nassaus“. Die Beiträge zur INTERKULTURELLEN WOCHE sowie die Stadtführungen und Vorträge fanden regen Anklang. Das von Prof. Dr. Dr. Gisbert Backhaus und Volker Vömel verfasste Keltenbuch ist nahezu bis auf 30 Exemplare verkauft.

 

Blumen für Matthias Losacker: Für 6 Jahre Einsatz als Vorsitzender dankte ihm sein Nachfolger Christian Radkovsky — Foto: ©Dr. Johannes Hanisch
Blumen für Matthias Losacker: Für 6 Jahre Einsatz als Vorsitzender dankte ihm sein Nachfolger Christian Radkovsky — Foto: ©Dr. Johannes Hanisch

Nach den Vorstandswahlen stellten Matthias Losacker und Christian Radkovsky das Jahresprogramm 2020 vor: Der Geschichtsverein wirkt mit an der EUROPA-WOCHE vom 2. Bis 10. Mai, ebenso am Gedenken „175 Jahre Weilburger Synagoge“, am Luxemburger Nationalfeiertag in Wiesbaden-Biebrich und bei der Gruftöffnung in Weilburg. Gemeinsam mit nunmehr neun Partnern wird der Geschichtsverein am 12. und 13. September beim TAG DES OFFENEN DENKMALS zu dem Thema „Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken“ mit einem umfassenden Programm aufwarten, dabei besonders die ehemalige Karlskirche, das alte Gymnasium mit Komödienbau, den Lehmstampfbau in der Niedergasse und die Hainkaserne ins Blickfeld rücken. Am 28. November veranstaltet der Geschichtsverein Weilburg dann einen Akademischen Abend anlässlich des 40-jährigen Vereinsbestehens. Und schließlich am 14. Dezember spricht Bürgermeister a.D. Hans-Peter Schick zu dem Thema „Die neue Stadt Weilburg – 50 Jahre Grenzänderungsvertrag“. Weiterhin wird sich der Geschichtsverein gemeinsam mit der Stadt Weilburg sowie dem Kur- und Verkehrsverein für die Verwirklichung eines Stadtreliefs einsetzen.

 

Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch und Stadtverordnetenvorsteher Bruno Götz dankten dem Geschichtsverein Weilburg für seine herausragenden Leistungen und die glänzende Zusammenarbeit mit der Stadt Weilburg. Einen besonderen Dank richtete der Bürgermeister an Matthias Losacker für seine sechsjährige erfolgreiche Tätigkeit als Vorsitzender.

 

Zum Abschluss der Versammlung dankte Matthias Losacker allen Mitgliedern sowie dem Vorstand, die den Grundsatz gelebt haben „Das Wirken im Verein muss Freude machen“. Der scheidenden Beisitzerin Frances Wharton überreichte Losacker als Zeichen des Dankes einen Blumenstrauß.

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Mo

09

Mär

2020

Jubiläum 40 Jahre Geschichtsverein Weilburg

Am 28. November in der Aula des Komödienbaus

In der Aula des Komödienbaus feiert der Geschichtsverein Weilburg sein Jubiläum. „Nordansicht Weilburgs vom "Kanapee" aus, um 1830“, in: Historische Ortsansichten <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/oa/id/3345>
In der Aula des Komödienbaus feiert der Geschichtsverein Weilburg sein Jubiläum. „Nordansicht Weilburgs vom "Kanapee" aus, um 1830“, in: Historische Ortsansichten <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/oa/id/3345>

Weilburg (HPS). – Der Weilburger Geschichtsverein wurde im Sommer 1980 gegründet und so kann der Verein in diesem Jahr 2020 sein 40-jähriges Bestehen würdigen.

 

Aus diesem Anlass findet am Samstag, 28. November, um 19 Uhr in der Aula des Komödienbaus Weilburg ein Akademischer Abend statt.

 

Alle Mitglieder sowie Freunde und Förderer des Vereins werden gebeten, sich bereits jetzt den Termin zu reservieren. 

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Sa

07

Mär

2020

Geschichtsverein Weilburg lädt zur Jahreshauptversammlung

Am 7. März 2020 um 15:00 Uhr im Spielmann-Kulturzentrum Weilburg, Frankfurter Straße 42

Weilburg (HPS). – Berichte des Vorstands, Neuwahl des Vorstands und das Jahresprogramm 2020 stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Geschichtsvereins Weilburg e.V..

 

Die Jahreshauptversammlung findet statt am Samstag, 7. März, und zwar um 15 Uhr in der Aula des Spielmann-Kulturzentrums Weilburg, Frankfurter Straße 42. Auf Grund der Bedeutung der Versammlung sind alle Mitglieder herzlich eingeladen.

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So

01

Mär

2020

Tag des offenen Denkmals 2020

Luftbild Weilburg von Dktue, via Wikimedia
Luftbild Weilburg von Dktue, via Wikimedia

Weilburg (HPS). – Unter dem Leitwort „Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu Denken“ stehen beim TAG DES OFFENEN DENKMALS 2020 in Weilburg die ehemalige Karlskirche (Vorstadt), das alte Gymnasium mit Komödienbau, der Lehmstampfbau in der Niedergasse 22 und die Hainkaserne im Blickpunkt. Der TAG DES OFFENEN DENKMALS findet bundesweit am Sonntag, 13. September, statt.

 

Weilburg beteiligt sich seit 1993 von Beginn an alljährlich mit Aktivitäten vor Ort. Der TAG DES OFFENEN DENKMALS am 13. September in Weilburg beginnt um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst in der Schlosskirche sowie einem offiziellen Moment mit dem 1. Kreisbeigeordneten Jörg Sauer und Weilburgs Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch. 

 

Um 12 und um 14 Uhr starten auf dem König-Konrad-Platz Führungen zu der ehemaligen Karlskirche, dem alten Gymnasium mit Komödienbau, dem Lehmstampfbau in der Niedergasse und der Hainkaserne. Insbesondere die ehemalige Karlskirche, Gymnasium/  Komödienbau und Hainkaserne stehen für vielfältige Nutzungen in ihrer Geschichte.

 

Ebenfalls um 12 und um 14 Uhr werden in der Schlosskirche Führungen durch den Kirchturm und zum Dachstuhl der Kirche angeboten. Den Abschluss des Tages bildet um 17 Uhr in der Schlosskirche ein Benefiz-Konzert zugunsten der Arbeit von Health for Uganda. Die Bevölkerung ist zu allen Veranstaltungen herzlich eingeladen.

 

Da am eigentlichen TAG DES OFFENEN DENKMALS zahlreiche Veranstaltungen an vielen Orten im Landkreis Limburg-Weilburg stattfinden, laden die Veranstalter insbesondere auch die kreisweit in der Denkmalpflege Aktiven am Vortag, 12. September, um 10 Uhr zu der Führung „Ehemalige Karlskirche, Gymnasium/Komödienbau, Lehmstampfbau und Hainkaserne“ ein, ebenso die Bevölkerung.

 

 

Den TAG DES OFFENEN DENKMALS 2020 in Weilburg veranstalten gemeinsam der Geschichtsverein Weilburg, die Evangelische Kirchengemeinde Weilburg, die Katholische Pfarrgemeinde Heilig Kreuz Oberlahn, die Schlossverwaltung Weilburg, das Bergbau- und Stadtmuseum, der Obst- und Gartenbauverein Weilburg, die Oberlahn-Winzer, die Stadt Weilburg und der Landkreis Limburg-Weilburg. Die interessierte Bevölkerung wird gebeten, sich bereits jetzt die Termine vorzumerken.

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Mi

05

Feb

2020

Rückblick:"250 Jahre Steinerne Brücke zu Weilburg an der Lahn"

Der Geschichtsverein Weilburg veröffentlicht hier die Rede seines Schriftführers, Bürgermeister a. D. Hans-Peter Schick zu "250 Jahre Steinerne Brücke zu Weilburg an der Lahn"

Weilburg, Steinerne Brücke (Quelle: Dguendel, Wikimedia)
Weilburg, Steinerne Brücke (Quelle: Dguendel, Wikimedia)

Hans – Peter Schick

Weilburg an der Lahn

 

 

250 Jahre Steinerne Brücke zu Weilburg an der Lahn

„Weilburger Brücken – von der Steinernen Brücke bis zur Oberlahnbrücke“

Vortrag:        Samstag, 5. Oktober 2019, 11.00 Uhr

                        Galerie der Kreissparkasse Weilburg

 

 

                                               Brücken verbinden, bringen uns weiter:

Man kann Ufer verlassen und neue Ufer erreichen!

 

Sehr geehrter Herr Direktor Stephan Gürtler,

sehr geehrter Herr Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch,

sehr geehrter Herr Vorsitzender Matthias Losacker,

 

seit weit über 700 Jahren verbinden Brücken die Taunus- und die Westerwald-seite unserer Stadt Weilburg an der Lahn. Nach zuvor hölzernen Brücken ließ Graf Johann I. von Nassau-Weilburg 1359 die erste Steinerne Brücke errichten, diese Brücke wurde 1408 durch Hochwasser und Eisgang zerstört, ihre Nachfolgerin erlitt 1552 das gleiche Schicksal. Graf Philipp III. (1504 – 1559) ließ dann wieder eine neue Steinerne Brücke errichten, die im Winter 1698/99 beschädigt und durch ein Unwetter in der Neujahrsnacht 1763/64 dann nahezu vollends zerstört wurde. Ursache war sicherlich jeweils die zu hoch angesetzte Gründung der Brücken. Unter Fürst Carl Christian von Nassau-Weilburg (1735 – 1788) wird dann 1765 bis 1969 die heute noch stehende vierte Steinerne Brücke errichtet; mit dem Bau wurde der Bauinspektor Johann Friedrich Sckell beauftragt. 

 

Der Schlussstein im Mittelfeld der Brücke wurde am 7. Oktober 1769 gesetzt. Über diesen denkwürdigen 7. Oktober berichtet der Bauinspektor Sckell:

„Der einigermaßen konträren Witterung ohngeachtet ist in dieser Woche und zwar heut Mittag gegen 2 Uhr durch Anwendung des äußersten Fleißes nun auch der letzte Brückenbogen glücklich und ohne dass jemand von denen daran Arbeitenden verunglückt oder sonsten Schaden genommen hat, geschlossen worden. Wo die beiden Handwerker der Steinhauer und Maurer nebst denen übrigen Arbeitern auf ihr eigenes Veranstalten unter Vorgehung einer Bande Musikanten, um den letzten Schlussstein abzuholen, in processione nach der Steinhauerhütte zogen, und als derselbe ausgeladen und ein Maurer mit in Hand habendem und mit Bändern gezierten Strauß sich auf denselben gesetzet, derselbe unter vielem Frohlocken zur Stelle bracht, sofort gehörig eingesetzt und von einem Maurer der Gewohnheit nach ein Spruch gesagt worden war, so wurde von sämtlichen Handwerkern und Arbeitern das Lied „Nun danket alle Gott“ unter Beistimmung der Musikanten abgesungen. Während diesem actu nun fuhr der sehr schwer beladene und mit 6 Personen besetzte Postwagen, von Limburg kommend, an welchem der hießige Posthalter Hofmann vorging und sofort die bereits mit Sand beschüttete Brücke zu aller Anwesenden innigster Freude, zum ersten Male passierte. Worauf dann die beiden Handwerker der Maurer und Steinhauer, um das von dem Herrn Kammerrates Thomae wohlgeboren ihnen der Gewohnheit nach gütigst ausgesetzt zu verzehren in processione nach dem Wirtshaus „Zum grünen Baum“ zogen und sich hierbei einigermaßen belustigten. Künftig wird nun an der zurückgebliebenen Steinmauer und Verdachung der Pfeiler solange es die Witterung zulassen fortgearbeitet, die Pritsche abgelegt und das Bogengehölz zum Versteigern auf Seite gebracht werden.

Weilburg, d. 7., Oktober 1769   Sckell“

 

 Die Verkehrsfreigabe erfolgte am 13. Oktober 1769, und zwar nach dreimaliger Bekanntmachung in der „Frankfurter Kayserlichen Oberpostamtszeitung“. In den Folgejahren bis 1789 wurden noch die Brüstungen, die Flügelwände an den Widerlagern und die beiden Brückenhäuschen geschaffen und die Fahrbahn gepflastert. Das Postgebäude wurde 1786/87 errichtet.

 

Heute können wir auf 250 Jahre Steinerne Brücke zurückblicken. Die Brücke ruht, ja steht auf 600 Buchenstämmen und einem Rost aus Eichenbalken und trägt von Beginn an bis heute jeglichen Straßenverkehr, war bis 2005 Teil der Bundesstraße 456, ehe die Oberlahnbrücke diese Funktion ablöste.

 

Am 27. März 1945 sprengte die Deutsche Wehrmacht den Ernst-Dienstbach-Steg (militärstrategisch höchst bedeutsam oder?), die Eisenbahnbrücke und die Steinerne Brücke (zwei Bogen), jeweils jedoch so unvollkommen, dass alle drei Brücken zeitnah wiederhergestellt werden konnten. Einzig das Friedensdenk-mal auf der Steinernen Brücke kehrte erst 2006 wieder zurück. Diese Sprengungen wenige Tage vor Ende des II. Weltkrieges sprechen für die Verblendung, die im Krieg und in dieser Zeit herrschte.

 

Die Steinerne Brücke weist bei fünf Bogen eine Gesamtlänge von 83 m auf, die Breite zwischen den Brüstungen beträgt 8,65 m. Alle Sicht- und Bogenunter-flächen bestehen aus einem sehr regelmäßig behauenen rot gefärbten Schalstein (verschieferter Diabas- oder Keratophyr-Tuff des Devon) aus dem Steinbruch im Schellhof. 1988 wurden umfassende Instandsetzungsarbeiten bei Vollsperrung an der Steinernen Brücke durchgeführt und zwar mit einem Kostenaufwand von rund 1,32 Millionen DM, einschließlich den Kosten für die Behelfsbrücken für Kraftfahrzeuge und Fußgänger.

 

Seit nunmehr 250 Jahren bestimmt die Steinerne Brücke das Leben in Stadt und Region, prägt das Stadtbild Weilburgs gemeinsam mit der Schlossanlage und der Lahn. Mit der Verkehrsfreigabe der Oberlahnbrücke am 22. Dezember  2004 wurde die alte Stadtdurchfahrt von der Bundesstraße B 456 auf eine Ortsstraße abgestuft und damit auch die Steinerne Brücke, ebenso übrigens auch das Landtor, alles wurde Eigentum der Stadt.

 

Mit der Ausstellung „Weilburger Brücken – von der Steinernen Brücke bis zur Oberlahnbrücke“ präsentieren wir vom Geschichtsverein Weilburg insgesamt gleich 14 Brücken, davon allein 10 Lahnbrücken. Weilburg - die Stadt am Fluss, ja die Stadt im Fluss!

 

Folgen wir der Lahn flussabwärts:

 

Die Ahäuser Brücke wurde 1912, 1949 und 1999 jeweils neu errichtet, das heißt, in 30 Jahren ist eine neue Ahäuser Brücke wieder zu bauen, daher sollte bei der heutigen Bürokratie und  den heutigen Egoismen das Baugenehmi-gungsverfahren in 10 Jahren beginnen. Zwei herausragende Verträge zwischen der Stadt Weilburg und dem Land Hessen zeigen wir zum Bau der Ahäuser Brücke 1999: Zum einen den Vorfinanzierungsvertrag vom 3. Juni 1998, und zum anderen die Rückzahlungsvereinbarung vom 5. Juli 2000. Denn die Stadt Weilburg hat dem Land Hessen den Bau der landeseigenen Brücke im Zuge der L 3025 mit 9,5 Millionen DM vorfinanziert; in dieser Form einmalig in der Geschichte des Landes Hessen. Die Vorfinanzierung erfolgte im Zusammen-wirken von Stadt, Weilburger Lackfabrik, heute Weilburger Coatings, und Kreissparkasse Weilburg; sie war entscheidend für den Verbleib der Lackfabrik in Weilburg, denn ohne neue Brücke wäre das Unternehmen für LKW-Verkehr nicht mehr erreichbar gewesen. 1998 hatte der Straßenbau in Hessen keinen Stellenwert, der Vertrag erfolgte am Landeshaushalt vorbei, seitens der Stadt war alles eine Frage der Zivilcourage mit Augenmass!

 

Auf Höhe der Walderbacheinmündung in die Lahn wurde 1864 zum Erreichen der Verladestation für Eisenerz ein Eiserner Steg übe die Lahn geschaffen, der in späterer Zeit nach Löhnberg wanderte und Vorläufer des heutigen Stegs zwischen Löhnberg und Selters wurde. Weilburg hat Selters immer geholfen, bis heute!

 

Als dritte Brücke auf unserer Reise ist die Eisenbahnbrücke im Zuge der Lahn- talbahn zu nennen, zunächst 1862 eingleisig und 1875 zweigleisig mit vier Türmen als Portale, je zwei auf jeder Seite, einst ein imposantes Bauwerk, heute eine traurige Gestalt, Zeugnis des Engagements der DB AG im ländlichen Raum.

 

Vor dem Schiffstunnel findet sich dann im Zuge des Ahäuser Weges die nächste Brücke, früher im Zuge einer Landesstraße, heute auch eine Stadtstraße.

 

Die Verkehrsfreigabe für unsere nächste Brücke, die Oberlahnbrücke erfolgte am 22. Dezember 2004. 1. Spatenstich für den Bau der Teilortsumgehung mit Oberlahnbrücke, Mühlbergtunnel, Parkhaus, Postplatz und König-Konrad-Platz war am 27. Oktober 2000 gewesen. Baulich fertig gestellt wurde die Gesamt-anlage unmittelbar vor dem 45. Hessentag im Juni 2005 in Weilburg. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 22 Millionen €; hiervon hatte die Stadt nur 1,3 Millionen € zu zahlen, die vom Land Hessen als zinsloses Darlehen gewährt wurden, alle anderen Kosten zahlten letztendlich Bund und Land. Mit dem in der Ausstellung präsentierten 200 Seiten starken Planfeststellungsbeschluss war am 22. November 1999 nach einem jahrzehntelangen Weg mit einem fürwahr starken, energischen und erfolgreichen Schlussspurt ab 1994 Baurecht geschaffen worden, die Finanzierung wurde binnen weniger Monate im Juni 2000 sicher gestellt. Stadtverordnetenvorsteher Norbert Dieth und ich haben im Herbst 1993 im Schlossgarten ein für die Weilburger Kommunalpolitik und die Stadtentwicklung sensationelles Gespräch geführt und anschließend konsequent für unsere gemeinsamen Ziele gemeinsam gearbeitet, Norbert kümmerte sich vor Ort um die Politik und ich kümmerte mich um Baurecht, Grunderwerb, Finanzierung, Baubeginn und Baudurchführung.

Die Oberlahnbrücke ist übrigens das erste integrale Brückenbauwerk des Landes Hessen, das heißt ohne höhenverstellbare Auflager und damit in der Bewirtschaftung kostengünstiger.

 

Es folgt die Jubilarin, unsere Steinerne Brücke. Die war 1988 umfassend saniert worden, dazu war sie gesperrt und der Verkehr wurde über eine Notbrücke zwischen Odersbacher Weg und Hainweg geführt; die Kosten der Sanierung einschließlich Verkehrsführung beliefen sich auf 1,32 Millionen DM.

 

Die nächste Brücke ist der Ernst-Dienstbach-Steg aus dem Jahre 1934, Nachfolger der Kettenbrücke im Rahmen der barocken Wasserversorgung.

 

Erwähnung verdient auch die Pontonbrücke oberhalb des Rollschiffes, die beim Hessentag 2005 die Straße „Im Bangert“ mit „Natur auf der Spur“ zwischen Hauseley-Felsen und Jugendzeltplatz verband. Mit Peter Maffey ging ich beim Hessentag über diese Brücke, „Über 7 Brücken musst Du gehen“.

 

Den Reigen der Weilburger Lahnbrücken beschließt dann die Brücke zwischen Kirschhofen und Odersbach aus den Jahren 1977 und 1978, die im kommenden Jahr umfassend saniert werden muss. Eine Brücke, über deren Nutzung beim Bau keine Klarheit herrschte und für die dann später, fast schon zu spät Entscheidungen getroffen werden mussten, eine Brücke, nichts Halbes und nichts Ganzes.

 

Im Bereich der Weil verdienen drei Brücken eine Erwähnung, zum einen die beiden Brücken im Bereich der Weilmündung und die Weilbrücke im Laufe des Weiltalradweges, die 2016 umfassend saniert wurde.

 

Zwei weitere Brücken darf ich zum Abschluss der Weilburger Brückenreise noch nennen, die Sie ebenfalls in der Ausstellung finden: Zum einen ein historisches Foto von der Brücke im Zuge der Spielmannstraße auf Höhe von Timmers Weiher und schließlich die Brücke im Zuge der B 456 im Bereich der Ein-mündung in die B 49, die 1999 erneuert wurde, nachdem ich gemeinsam mit der damaligen Bundestagsabgeordneten Frau Bärbel Sothmann wenige Wochen vor der Bundestagswahl 1998 beim damaligen Bundesverkehrs-minister Matthias Wissmann erfolgreich interveniert hatte.

 

Brücken sind notwendig, ja lebensnotwendig, für die Menschen, die Wirtschaft und das Leben einer Stadt und Region, sie bringen zusammen, sie fördern.

Vielleicht verdeutlicht dies am klarsten eine Aussage von Frau Folsche (Bäckerei Folsche Weilburg). Einige Wochen nach der Verkehrsfreigabe der Oberlahn-brücke bedankte Sie sich bei mir und sagte: „Dank der Brücke spare ich jetzt täglich eine Stunde an Zeit beim Beliefern unserer Filialen.“; das bedeutet 6 Stunden mehr frei verfügbare Zeit in der Woche. Und ein Zweites will ich ansprechen: Seit 1966 ist Weilburg Luftkurort, aber mit der Oberlahnbrücke haben sich die Luftwerte noch einmal deutlich weiter verbessert zum Wohle der Menschen und der Natur.

 

Herzlich danke ich unserer Ausstellungsarbeitsgruppe beim Geschichtsverein Weilburg mit Volker Vömel, Peter Krauß, Werner Richter, Frances Wharton und Gerhard Pauligk, in der ich mitarbeiten durfte, es war eine einzige Freude, auch wenn es nach „l’esprit d’architecture – Bauen im Barock in Weilburg“ bereits die zweite große Ausstellung unseres Vereins in diesem Jahr ist. Danken darf ich Frau Anne Schamp und Herrn Eike Dillenberger für die großartige Unter-stützung sowie der Kreissparkasse Weilburg für die Gastfreundschaft. Und der Stadt Weilburg, Herrn Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch danke ich herzlich, dass ich noch einmal an meine alten Unterlagen zu Ahäuser Brücke (Finanzierungsverträge) und zu Oberlahnbrücke/Teilortsumgehung (Planfeststellungsbeschluss und grundlegenden Plan) durfte, mir aus vielen Jahren der Arbeit bestens vertraut, für die Öffentlichkeit jetzt aber eigentlich neu.

 

Und 15 Jahre ist verdammt lang her, viele wissen nicht mehr, wie chaotisch die Weilburger Verkehrsverhältnisse an der Kreuzung Frankfurter Straße/ Mühlberg/Ahäuser Weg und in der Niedergasse sowie der Altstadtdurchfahrt überhaupt waren. Mit einer Heizöllieferung in der Mauerstraße konnte man den Verkehr einer ganzen Region für Stunden lahm legen. Oberlahnbrücke und Mühlbergtunnel sind ein Segen für unsere Heimatregion.

 

Ich danke für die Aufmerksamkeit. Der Steinernen Brücke wünsche ich, dass sie noch viele Jahrhunderte den Menschen dienen kann und der Ausstellung wünsche ich weiterhin das verdiente Interesse bei den Menschen in Stadt und Region.

 

Weilburg an der Lahn, 5. Oktober 2019

 

Hans – Peter Schick

Schriftführer des Geschichtsvereins Weilburg

Bürgermeister a.D.

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Mo

13

Jan

2020

Rückblick: Rede 190 Jahre MGV „Liederkranz“ 1829 Weilburg e.V.

Der Geschichtsverein Weilburg veröffentlicht hier die Rede seines Schriftführers, Bürgermeister a. D. Hans-Peter Schick zum Jubiläum des befreundeten Vereins im November 2019

Hans – Peter Schick

Weilburg an der Lahn

 

 

190 Jahre Männergesangverein „Liederkranz“ 1829 Weilburg e.V.

Akademische Feierstunde:          Samstag, 2. November 2019, 19.00 Uhr,

                                                           Aula Komödienbau Weilburg

Festansprache

 

 

                                                           „Wo man singet, lass dich ruhig nieder,

                                                           Ohne Furcht, was man im Lande glaubt;

                                                           Wo man singet, wird kein Mensch beraubt,

                                                           Bösewichte haben keine Lieder.“

                                                                       Johann Gottfried Seumes (1763 – 1810)

                                                                       Schriftsteller und Dichter

                                                                       im Gedicht/Volkslied „Die Gesänge“

                                                                     

 

 

Sehr geehrter Herr kommissarischer Vorsitzender Hans Schmidt,

sehr geehrter Herr Sängerkreisvorsitzender Peter Sussiek,

sehr geehrter Herr Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch,

sehr geehrter Herr Landtagsabgeordneter Tobias Eckert,

sehr geehrter Herr Kreisbeigeordneter Karl-Heinz Stoll,

werte Sangesfreunde,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

 

Tradition ist Fundament, Gegenwart ist Leben, Zukunft ist Ziel. Der Männer-gesangverein „Liederkranz“ 1829 Weilburg ist der fünfälteste Gesangsverein in Hessen und kann auf 190 Jahre Vereinsleben zurückblicken, mit großer Dankbarkeit, aber auch mit Stolz. 190 Jahre sind fürwahr eine herausragende Leistung, und so gebührt den Vorständen, den Sängern und den Mitgliedern Dank und Anerkennung.

 

Gleichzeitig aber verpflichtet dieses Fundament, Verein und Chor heute zu leben, damit der 190. Geburtstag ein Meilenstein ist, das nächste Ziel aber sollte, ja muss lauten: Feier des 200.Geburtstages. Und bis dahin sind es keine zehn Jahre mehr; von den 73.050 Tagen liegen 69.397 bereits hinter uns, nur noch 3.348 Tage sind es bis zum Jahr 2029. Übrigens, die Feier des 200. Geburtstages sind wir auch unseren Vorfahren im Verein schuldig, denn die haben in weit schwierigeren Zeiten die Fahne des Vereines hochgehalten, so allein in und nach vier Kriegen (1866, 1870/71, 1914 – 1918 und 1939 – 1945).

 

Der Gesang der Chöre schenkt den Menschen Freude, Trost und Kraft. Musik und Gesang sind Weltsprachen, sie brauchen keine Übersetzung, sie führen Menschen zusammen, stärken Gemeinschaft. Wenn die Sprache die Menschen nicht mehr weiter bringt, dann fangen Musik und Gesang erst an. Wir Weilburger leben in einem europäischen Haus, das in einem globalen Weltdorf steht, und da ist es gut, dass Gesang und Musik den Geist in Haus und Dorf sowie unserer Stadt mitprägen, ja mitbestimmen. Vielleicht sollten unsere sogenannten großen Politiker mehr gemeinsam singen, dann erhalten wir auch wieder bessere politische Ergebnisse.

 

1829, das Jahr, in dem der Männergesangverein „Liederkranz“ Weilburg gegründet wurde: Weilburg zählte rund 2.200 Einwohner, die Stadt wuchs zusehends auf der unteren Westerwald- und der unteren Taunusseite (Limburger und Frankfurter Straße, Bahnhofstraße), Stadtschultheiß war Adolf Rohs (1821 – 1840), Herzog Wilhelm (1792 – 1839) führte das Herzogtum Nassau, auch heiratete Herzog Wilhelm in diesem Jahr als zweite Frau Pauline von Württemberg, die so überaus beliebte Prinzessin Henriette zu Nassau-Weilburg verstarb am 30. Dezember in Wien, das Gymnasium Philippinum, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts “Demokratenschmiede“ genannt, zählte rund 150 Schüler.

 

2019 stellt sich das Vereinsleben des Männergesangvereins „Liederkranz“ 1829 Weilburg folgendermaßen dar: Regelmäßige Chorproben, zunächst noch mit dem Chorleiter Karl Glaßner, jetzt mit Jacob Winter, Singen beim Großmütterchenkaffee im Weilburger Stift, aber auch beim Volkstrauertag auf dem Weilburger Friedhof, Jahreshauptversammlung des 80 Mitglieder starken Vereins und Grillfest am Bootshaus sowie der Vereinsstand auf dem Weilburger Weihnachtsmarkt. Nach den Chorproben ist das Skatspielen stets eine große Freude für einige Sänger. Den Vorstand bilden: Hans Schmidt (kommissarischer Vorsitzender), Roland Nürnberger (Schatzmeister), Hans-Peter Schick (Schriftführer), Helmut Haybach (Beisitzer) und Werner Walter (Beisitzer). Erfolgreich arbeitet der Verein nunmehr mit der Kreismusikschule Oberlahn mit deren Leiter Dr. Martin Krähe, dem neuen Chorleiter Jacob Winter und dem Spielmannverein für Theater, Musik, Kunst, Technik und Medien Weilburg an der Lahn zusammen. Insgesamt hat sich die Atmosphäre in den letzten Wochen und Monaten erfreulich und Mut machend entwickelt.

 

Das Singen im Chor hat auch eine soziale Dimension: Die Mitglieder erleben Gemeinschaft mit Gleichinteressierten, mit Menschen aus ihrem Ort, mit Menschen, die sie kennen bzw. kennen lernen. Bei meiner Mutter, die über 65 Jahre in einem Chor gesungen hat, erlebte ich insbesondere im Alter die Bedeutung der Chorprobe: Die Woche gliederte sich in zwei Teile, und zwar die Tage vor der Chorprobe und die Tage nach der Chorprobe. „Alles kann der Mensch entbehren, nur den Menschen nicht“. (Ludwig Börne, 1786 – 1837, Journalist)

 

Beeindruckend ist für mich immer wieder erleben zu dürfen, welche Kameradschaft und Disziplin unter den Sängern im „Liederkranz“ herrscht. Chorproben und Auftritte gehen allen anderen Verpflichtungen vor. Erst kommt der „Liederkranz“ und dann alles andere. Die wöchentlichen Treffen bei der Chorprobe schaffen eine besondere Vertrautheit, ein besonderes Miteinander, man verlässt sich aufeinander, man kennt sich.

 

Ebenfalls bewundernswert ist, wie die Ehefrauen der Sänger Chor und Verein unterstützen. Ohne ihre Frauen wären die Sänger arm dran, ob beim Grillfest, bei der Jahreshauptversammlung, mit dem Verständnis für die Chorproben und Auftritte etc. Daher ein herzliches „DANKESCHÖN!“ an die Ehefrauen.

 

Der Männergesangverein „Liederkranz“ 1829 Weilburg ist einer der vier ältesten Weilburger Vereine, nach der Bürgergarde der Stadt Weilburg (1813) und vor dem Turnverein Weilburg (1848) sowie dem Kur- und Verkehrsverein Weilburg (1860). Die damalige Zeit war von Aufbruch geprägt, vom Geist der Freiheit und der Selbstbestimmung, aber auch dem Verantwortungsbewusst-sein für das gemeinsame Leben vor Ort; dies drückte sich landauf, landab auch in der Gründung von Vereinen aus, aber auch in dem Einsatz für demokratische Gedanken in Politik und Gesellschaft. In den Jahren 1848/49 wird der „Liederkranz“ als „Hort der Demokraten“ bezeichnet, ja man machte sogar aufmerksam auf „politisch Verdächtige“ in Weilburgs „Liederkranz“.

 

Am 20. Juli 1852 schrieb Weilburgs Bürgermeister Wilhelm Schmidt an Kreisamtmann Friedrich Halbey: „Schon seit langen Jahren besteht dahier ein Gesangverein junger Leute, der es sich früher besonders zur Hauptaufgabe machte, bei kirchlichen Festen der Protestantischen Gemeinde mitzuwirken. … Bis zum Jahr 1842 blieb dieser Verein allen politischen Tendenzen fern, von dieser Zeit an suchten aber Demagogen ihn zu ihren Zwecken zu benutzen, ohne dass die Mehrheit der Glieder des Vereins etwas Schlimmes dabei ahnten. … Der Gesangverein hat in diesen Tagen nicht allein zur Ehre und zum Ruhm der vielgepriesenen Freiheit gesungen, sondern auch, was ich ihnen nicht anders nachsagen kann, zur Feier der Anwesenheit Sr. Hoheit des Herzogs sowie zu Geburtstag und sonstigen Feierlichkeiten der Erlauchten Glieder des Herzoglichen Hauses. Seine Bestimmung blieb aber immer Übung des Gesangs und von Politik war bei ihnen keine Rede.

 

1829 wird auf Initiative von Pfarrvikar Johann Jakob Ludwig Hofmann der Verein gegründet, zunächst als Gemischter Chor, dann aber ab 1842 als Männergesangverein. Bereits ab 1840 führt der Verein den Namen „Liederkranz“.

 

28 Chorleiter zählt der Verein in seiner Geschichte, von Kantor J. Ph. P. Christfreund (1829 – 1842) über Jakob Mankel (1901 – 1903) und Hermann Schupbach (1936 – 1977) bis jetzt Jacob Winter (2019 -). Stellvertretend für alle Vorstandsmitglieder in den 190 Jahren darf ich Fritz Zilliken nennen, der von 1923 bis 1947 in schwerster Zeit als Vorsitzender wirkte, sowie Willi Heinen, der von 1959 bis 1984 den Verein führte.

 

1924 zählte der MGV „Liederkranz“ 108 aktive Sänger. Herausragende Ereignisse im Leben des „Liederkranz“ waren neben den Stiftungsfesten aus Anlass des 25-, 50-, 75-, 100-, 125-, 150 und 175-jährige Vereinsbestehens vor allem die Sängerfeste des Lahnbundes, von denen der MGV gleich mehrere seit 1847 in Weilburg ausrichtete. 1954 erhielt der „Liederkranz“ die Silberne Ehrenplakette im Auftrag des Hessischen Ministerpräsidenten Georg August Zinn.

 

Spannend ist festzustellen, dass der „Liederkranz 1924 108 aktive Sänger zählte, gleichzeitig aber auf Grund der Wirtschaftskrise die Zahl der inaktiven Mitglieder von 130 auf 47 sank. Nach dem II. Weltkrieg zählte der Chor 63 aktive Sänger. Die wirtschaftliche Situation und die Lebenswirklichkeit haben großen Einfluss auf soziales Verhalten der Menschen, auf Gemeinschaft, auf Vereinsleben. Heute geht es den Menschen zu gut, daher steckt das Ehrenamt in der Krise.

 

Stets sang der Chor bei kirchlichen und weltlichen Veranstaltungen. Oftmals veranstaltete der „Liederkranz“ Konzerte zugunsten sozialer Aufgaben, so bereits 1841 „für die hiesigen Armen“, 1876 für das örtliche Spital, 1921 für den örtlichen Krankenpflegeverein, 1923 für den Rentnerbund mit dem Ergebnis von über 20 Billionen Mark (20.473.500.000.000 Mark) oder 1936 zugunsten des Winterhilfswerks, um einige Beispiele bereits aus früherer Zeit zu nennen, bis heute, und so auch in wenigen Tagen am 16. November beim Großmütterchenkaffee im Weilburger Stift.

 

Das weltweit einmalige Weilburger Tunnelensemble ist ebenfalls mit dem Männergesangverein „Liederkranz“ Weilburg auf das Engste verbunden. Denn nur der „Liederkranz“ hat bei allen drei Verkehrsfreigaben 1847 (Schiffstunnel), 1862 (Eisenbahntunnel) und 2004 (Straßentunnel) die Feierstunden gesanglich mit gestaltet.

 

Ein fürwahr großer Schatz des Männergesangvereins sind die Notensätze aus 190 Jahren.

 

1989 anlässlich der 160-Jahrfeier wird dem Verein die ZELTER-Plakette verliehen, die höchste Auszeichnung für Chöre; die Urkunde ist unterzeichnet von Bundespräsident Richard von Weizsäcker. Karl-Friedrich Zelter gründete 1809 mit der Berliner „Liedertafel“ den ältesten deutschen Gesangverein. Im 19. Jahrhundert machten es sich die Gesangvereine zur Aufgabe „vor dem Volk, mit dem Volk und für das Volk durch Chorgesang Freude zu stiften“. Zu aller Zeit kam und kommt man in den Chören nicht nur um des Singens willen zusammen, sondern nicht zuletzt auch wegen der einigenden Kraft, die Begegnungen von Mensch zu Mensch.

 

Natürlich wirkte der Verein auch an der Gestaltung des 45. Hessentages 2005 in Weilburg mit. Ganz besonders hervorheben und würdigen muss ich das fast sechzigjährige Wirken für den europäischen Gedanken, das Zusammenleben im gemeinsame europäischen Haus mit zahlreichen Begegnungen mit Chören und Musikfreunden aus Privas, Zevenaar, Tortona und Kezmarok; bis heute pflegen Sänger noch persönliche Kontakte in Partnerstädte.

 

Zur 150-Jahrfeier 1979 heißt es in der Festschrift: Dass der „Liederkranz“ noch lange im kulturellen Leben Weilburgs vertreten sein wird, dafür sorgen auch schon seine Statuten: „Die Auflösung des Vereins kann nur dann erfolgen, wenn die Zahl der aktiven Mitglieder dauernd unter vier gesunken ist.“ Und so weit wird es ja wohl (auch in den nächsten 150 Jahren) nicht kommen! Soweit aus der Festschrift 1979. Damals gehörte bereits unser heutiger kommissarischer Vorsitzender Hans Schmidt dem Vorstand des MGV „Liederkranz“ an. Hans Schmidt ist nicht erst heute das Rückgrat unseres Vereins.

 

Wir haben ein Ziel: Den Männergesangverein „Liederkranz“ 1829 Weilburg  weiter zu leben mit Gesang und Geselligkeit, mit Verantwortung für uns und unsere Heimat, unsere Stadt Weilburg an der Lahn. Natürlich dürfen wir nicht blind sein vor manchen Wirklichkeiten, aber mit neuen Partnern wie Kreismusikschule, Spielmannverein, anderen Vereinen und neuem Elan kann eine Zukunft gewonnen werden. Vielleicht ist es aber auch ein Weg, als Verein mit qualifizierter Leitung einen neuen Kinder- oder Jugendchor aufzubauen oder einen bestehenden zu fördern.

 

Eine kleine Geschichte, die auch uns Mut für die Zukunft machen kann: Nach den Gesetzen der Physik kann eine Hummel nicht fliegen. Die Hummel weiß das aber nicht – sie fliegt einfach. Das hat ein Physiker ausgerechnet. Er errechnete es auf einem Bier-Deckel in einer Gaststätte. Das war um das Jahr 1930. Später stellte er fest, dass er falsch gerechnet hatte. Doch da hatte sich diese Nachricht schon überall herumgesprochen. Bis heute ist es ein Mut-mach-Spruch: Wer nicht an Grenzen denkt, kann viel erreichen! In diesem Sinne lasst uns den 190. Geburtstag feiern und den 200. gemeinsam anstreben. Denn, wenn wir unterwegs sind, wird der Weg immer kürzer, leichter, das Ziel rückt immer näher und wird plötzlich Wirklichkeit.

 

Schließen darf ich mit einem Wort, das man Martin Luther zuschreibt: „Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang, der bleibt ein Narr sein Leben lang!“ Wie wahr!

 

Weilburg an der Lahn, 2. November 2019

 

 

Hans-Peter Schick

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Fr

03

Jan

2020

Rückblick: Weilburger Kirchweih-Jubiläum 2019

Der Geschichtsverein veröffentlicht hier die Rede seines Schriftführers, Bürgermeister a. D. Hans-Peter Schick zum Jubiläum Weilburger Kirchweih-Jubiläum im August 2019

Hans – Peter Schick

Weilburg an der Lahn

 

 

„Kirchweih ist mehr – Weilburger Kirchweih 912 – 1569 – 2069“

Ansprache

Akademischer Abend anlässlich der 450. Weilburger Kirchweih

Mittwoch, 21. August 2019, 19.30 Uhr, Aula Komödienbau Weilburg

 

 

                                                                       Kirchweih ist mehr!

                                                                       Weilburger Kirchweih 912 – 2019 - 2069

 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch, lieber Johannes,

sehr geehrter Herr Hauptmann Dirk Petersen,

 

„Kirchweih ist mehr“, gerade für unsere Stadt Weilburg gilt diese Aussage, blicken wir doch nicht nur auf die 450. Kirchweih in den kommenden Tagen, sondern auch auf  Kirchweihen und Kirchweihfeste seit spätestens 912 zurück. Gleichzeitig wagen wir einen Blick auf die 500. Weilburger Kirchweih im Jahre 2069, wenn die Menschen und die Verantwortlichen bei Stadt, Kirchen und Vereinen in Weilburg es denn wollen.

 

Kirchweih ist zunächst und erstens die Weihe einer neu errichteten christlichen Kirche. Urkundlich belegt fand in Weilburg spätestens 912 die erste Weihe einer Kirche statt, dafür spricht eine Urkunde von König Konrad I. vom 28. November 912, in der es heißt „sacrosanctum Dei domum que est in Wilinaburg sub honore sancte Dei genetriciis Marie et beate Walburge Virginis constructa atque consecrata“. Die von dem aus Weilburg stammenden ersten deutschen König des ostfränkischen Reiches den Chorherren gestiftete Kirche wurde  geweiht der heiligen St. Walpurga und Maria, der Gottesmutter. Bereits zuvor hatte in Weilburg eine Kirche gestanden, die Martin von Tours, Martinskirche, geweiht war. Die Weihe von Kirchen ist bekannt seit der Einweihung der Grabeskirche in Jerusalem im Jahre 375. Die alljährlichen Kirchweihfeste kennen wir bereits seit dem Jahre 813.

1397 wird die Stiftskirche niedergelegt und die Andreaskirche, St. Andreas, errichtet und eingeweiht. 1505 folgt Bau und Weihe der Heilig Grab Kapelle und 1538 Neubau der Andreas- und Martinskirche, die Martin von Tours geweiht wird. Ab 1707 wird dann an Stelle der Martinskirche die Schlosskirche errichtet und 1713 eingeweiht, der untere Teil des Schlosskirchenturms blieb aus früherer Zeit erhalten. 1821 wird am Landtor die Karlskirche verwirklicht und eingeweiht, und zwar am 4. November, dem Fest des heiligen Karl Borromäus; Grund für den Namen Karlskirche war aber auch die Hochzeit der Prinzessin Henriette zu Nassau-Weilburg mit Erzherzog Karl von Österreich im Jahre 1815. Die jüngste Kirchenweihe in Weilburg fand am 24. Mai 1959 statt, und zwar die Weihe der Heilig Kreuz Kirche in der Frankfurter Straße. Übrigens, am Standort der Heilig Grab Kapelle stand zumindest im 13. Jahrhundert (1284) eine Muttergotteskirche.

 

Kirchweih, da feiert die Gemeinde ihre Mitte, das Haus Gottes unter den Menschen. Kirchweih, da feiert die Gemeinde sich selbst als Kirche. Kirchweih ist in Weilburg als Stadtfest zu begehen, als Fest der ganzen Stadt. Und Kirchweih, das Fest der Gemeinde ist notwendig, denn: global und digital, dabei darf lokal nicht verloren gehen, Menschen brauchen Halt und Orientierung, vor allem Gemeinschaft, alleine (über-)lebt keiner. 1318 wird das Kirchweihfest von Juli in den August verlegt. Zurück: Ein Ort ohne Kirchturm ist ein Ort ohne Spitze. Das Kirchweihfest wird seit dem Mittelalter als Fest anlässlich der jährlichen Wiederkehr des Tages der Weihe der Kirche gefeiert, und zwar im Rang eines Hochfestes. Gottesdienst mit Volksfest, insbesondere auch mit Markt für Vieh und Waren, so gestaltete sich früher das Fest.

 

Eine neue Zeitrechnung bei der Kirchweih begann in Weilburg 1569, als das Kirchweihfest und das Schützenfest schrittweise zusammengelegt wurden. 1569 bestand das Kirchweihfest aus Gottesdienst, Markt, Tanz und festlichen Mahlzeiten. Das Schützenfest am 31. Oktober 1540 erstmals wird 1608 letztmals erwähnt.

 

Werfen wir einen Blick in das Jahr 1869, die 300. Weilburger Kirchweih. Im Weilburger Tagblatt steht zu lesen: „Unser Kirchweihfest, welches am 11. und 12. August in hergebrachter Weise begangen wurde, hat sich längst, wie jedermann bekannt, zu einem allgemeinen Volksfest, das von Fremden aus Nah und Fern besucht wird, ausgebildet. … Jedermann, sei er hoch oder gering, zugänglich ist, abgehalten wird, trägt zu einer ungezwungenen Bewegung und zu einer heiteren, nie den Anstand verletzenden Unterhaltung bei. … Das Wetter war leider nicht sehr angenehm. … Der zweite Tag, der für unsere Kinder und Jugend der wahre Freudentag ist, war etwas angenehmer. Sonst aber verlief das Fest ohne Störung und Jeder fand seine Rechnung, sogar ein ungarischer Mausfallen-Händler machte Geschäfte und setzte einige Rattenfallen ab.“

Zum Weilburger Kirchweihfest hatte der Commandant der Bürgergarde Johann Christian Hündt mit einer Anzeige im Weilburger Tagblatt am 5. August 1869 eingeladen: „Zu dem am 11. und 12. August stattfindenden Kirchweihfest ladet der Unterzeichnete im Namen der Weilburger Bürgergarde die Bewohner von Weilburg sowie alle Freunde und Verehrer des Festes von Nah und Fern mit dem Bemerken freundlichst ein, dass die Herrn Festwirte Alles aufbieten werden, um ihre verehrten Gäste zu befriedigen.“ Die Gastwirte August Helbig

und Ferdinand Rosenkranz teilten via Anzeige mit, dass an den beiden Kirchweihtagen ihre Wirtschaften geschlossen sind, und Posthalter Wick bot einen Fahrdienst zum Kirmesplatz an. Die gute alte Zeit, sie kannte noch keine falschen Konkurrenzen während den Kirchweihtagen, sondern Gemeinsinn.

Bereits im Mittelalter fand am Kirchweihfest auch ein Markt statt, in Weilburg der Laurentius-Markt, weitere vier Märkte fanden im Jahreslauf statt: Christmarkt, der Oster-, Palm- oder Walpurgismarkt, der Pfingstmarkt und der Michaelismarkt. Aber nicht nur Marktgeschehen begleitete das Kirchweihfest sondern sogar Spieltische, also Glücksspiel.

 

Jakob Mankel schrieb 1913 in „Geschichte der Bürgergarde und der bewaffneten Bürgerschaft der Stadt Weilburg“: „Die Weilburger Kirmes war früher ein weit über Nassaus Grenzen hinaus bekanntes und beliebtes Volksfest. Zu dieser Bedeutung hat dreierlei beigetragen: einmal das Fortbestehen des bewaffneten Stadtausschusses in der Bürgergarde und die von derselben weiter gepflegte Verbindung von Schützenfest und Kirmes, zum andern die Stiftung der Gaben seitens der Frauen und Jungfrauen und endlich auch der Umstand, dass man die Kinder in den Mittelpunkt des Festes stellte. Solange das Interesse an der Kirmes von diesen Faktoren belebt wird, solange wird sie sich den Charakter der Volkstümlichkeit bewahren und von alt und jung gefeiert werden. Der vornehme Charakter der Weilburger Kirmes, wodurch sie sich so angenehm von vielen auswärtigen Kirchweihen unterscheidet, liegt zum Teil auch in dem Weinzwange begründet. Er muss somit ebenfalls in der Zukunft erhalten bleiben.“

 

1898 kam es zu einer grundlegende Änderung bei der Kirchweih: „Bis dahin erfolgte am ersten Kirchweihtag eine Parade der Bürgergarde vor den Honoratioren der Stadt. Dieser Vorbeimarsch barg aber für die Gardisten gewisse Gefahren. Durch den ja steten Begleiter der Kirchweihe auftretenden Regen konnte es sehr wohl vorkommen, dass sich der Lehmboden zu einer Rutschbahn verwandelte und die wackeren, zu diesem Zeitpunkte gewiß noch völlig nüchternen Gardisten trotzdem ins Rutschen bringen konnte. Seit 1898 schreiten nunmehr Bürgermeister und Magistrat die Ehrenfront der Bürgergarde ab.“ Mit 24 Mal durfte ich dieses Abschreiten als Bürgermeister in der Geschichte der Kirchweih am häufigsten erleben.

 

Ewig und zu allen Zeiten ist die Weilburger Kirchweih die sicherste Wetterprognose für Land und Leute, es regnet, danach kann man die Uhr stellen. Wiederholt wurde der Termin der Kirchweih verlegt, der Regen zog immer mit um. 1993 fragte ich als neuer Bürgermeister im Magistrat, worum ich mich neben dem Abschreiten der Ehrenfront und dem MItfeiern besonders kümmern müsse? Die Antwort: „Um das Wetter!“ Gesagt, getan! An allen Kirchweihtagen schien die Sonne bei über 30 Grad. Montags kam ich gut gelaunt in den Magistrat und fragte: „Na, wie habe ich das mit dem Wetter gemacht?“. Ich wurde kräftig gerügt, denn ich hätte vergessen, den Kirmesplatz abspritzen zu lassen, es habe zu sehr gestaubt! Danach habe ich mich bei der Kirchweih nicht mehr um das Wetter gekümmert, mich lieber auf den Hessentag und andere besondere Ereignisse wie Verkehrsfreigabe Ahäuser Brücke und manches Ereignis mehr konzentriert. Bei der 450. Kirchweih am Wochenende wird gutes Wetter herrschen, denn bei mir arbeiten derzeit Dachdecker und Anstreicher und dafür habe ich das entsprechende Wetter bestellt, also von oben trocken.

 

450. Weilburger Kirchweih, 1569 – 2019 heißt auch: Vollendung des Hochschlosses,  30-jähriger Krieg, Graf Johann Ernst zu Nassau-Weilburg, Bau der Steinernen Brücke, Herzog Adolph zu Nassau, Bau von Schiffstunnel und Lahntalbahn, Oberlahnkreis, I. und II. Weltkrieg, Gemeindegebietsreform mit Grenzänderungsvertrag, Städtepartnerschaften, Schlosskonzerte, Kreiskrankenhaus,  Teilortsumgehung mit Mühlbergtunnel und Oberlahnbrücke sowie der Hessentag, Freundschaft mit der großherzoglichen Familie von Luxemburg, vieles aus dieser Zeit ließe sich noch nennen.

 

Zwei Mal, nach dem I. und nach dem II. Weltkrieg rief der damalige Hauptmann der Bürgergarde Friedrich Brinkmann (1877 – 1960, Hauptmann 1903 – 1960) die Kirchweih wieder zum Leben, 1924 und 1947, damals fand die Feier sogar im Schlossgarten statt. Über Hauptmann Brinkmann heißt es: Er verband die Würde des Amtes mit der in seiner Person liegenden Autorität und zugleich einer herzlichen Kameradschaft.  Bei der Kirchweih 1953, zum 50. Jahr als Hauptmann, wurde Friedrich Brinkmann zum Ehrenbürger der Stadt Weilburg ernannt, der seither letzte Ehrenbürger der Stadt Weilburg.

 

1961 und 1962 wurde die Kirchweih auf dem Platz an der Hainkaserne gefeiert, weil der Kirmesplatz umgebaut wurde. In ihren 450 Jahren hat die Kirchweih so manchen Ort gesehen: Schießplatz/Kirmesplatz, Webersberg (1921), Schloss-garten (1947), Hainallee, Marktplatz, Schlossplatz, am Denkmal, Renaissance-hof und König-Konrad-Platz. Die Mitte der Stadt ist immer richtig.

 

Bei der 400. Weilburger Kirchweih 1969 kreiste am Himmel ein Flugzeug mit dem Schlepptransparent „400 Jahre Weilburger Kirchweih“, ein Geschenk von Dr. Hans Hardt. Die Post gab damals einen Sonderstempel und eine Sonder-marke heraus.

 

Der Kirmestanz von 1857 bis 2010 und das Familienfrühstück prägten die Lebensfreude bei der Weilburger Kirchweih wesentlich mit, der Festzug unter Beteiligung der Schulen der Stadt war ein herausragender Teil der Kirchweih. Die Menschen für das Stadtleben begeistern, bei 700 Jahre Stadtrechte 1995, beim 45. Hessentag 2005 ist es gelungen, bei Weinfest und Weihnachtsmarkt gelingt es. Wir Weilburger können auf vieles stolz sein, der erste deutsche König Konrad I., Graf Philipp III. von Nassau-Weilburg, Graf Johann Ernst von Nassau-Weilburg, Clarus Friedrich Ludwig von Sckell, Heinrich von Gagern, G.F. Unger oder Johannes Meyer, auf das Tunnelensemble (weltweit einmalig), den seit 2016 in der Sanierung befindlichen höchsten Pisebau Europas (jetzt auch Gerüst an der Außenfassade), auf Kirche und Rathaus unter einem Dach (deutschlandweit einmalig), Wildpark und Schlossanlage mit Schlosskirche, Bildung, Wirtschaft und Kultur sowie den Hessentag 2005, 1468 Weilburger Schlosskonzerte, Pop am Fluss und vieles mehr. Sorgen wir alle dafür, dass wir auch wieder auf die Kirchweih stolz sein können. Was man für andere tut, tut man immer auch für sich.

 

Das Anschießen am Vorabend hat sich zu einer sehr beliebten Veranstaltung entwickelt, ist zu einem echten Stück Weilburger Kirchweih geworden. Mit dem nostalgischen Jahrmarkt zeigt unsere Garde Courage, ist der richtige Weg, aber wir werden Geduld brauchen. Auch ein zeitgemäßer Kirmestanz der Kinder oder eine andere große Aktivität der Kinder würde der Kirchweih wieder gut tun, ebenso wie ein gemeinsames Frühstück der Familien, Gruppen, Vereine, Institutionen und Unternehmen oder auch von Magistrat und Stadtverord-netenversammlung. Gemeinsam aktiv, das fördert die Kirchweih. Auch wenn man nach vorne fährt, ist ein Blick in den Rückspiegel höchst nützlich.

 

Das Schießen auf die Ehrenscheibe und der Bürgergarde erinnern noch an die Zeit des Schützenfestes von 1540 bis 1569 beziehungsweise bis 1608.

 

Als einziger Ort in Hessen sprechen wir von der „Kirchweih“, ansonsten heißt es „Kerb“, „Kerwe“, „Kilb“, „Kirb“ oder vielfach „Kirmes“. Und das Fest fußt einzig und allein auf der Weihe der Kirche, dass sollten wir nicht vergessen. Kirchturm und Rathaus sind die Mitte einer Stadt, auch die geistige Mitte. Unser Wahrzeichen ist ein Kirchturm, der Turm der Schlosskirche.

 

Bevor ich zur 500. Weilburger Kirchweih 2069 spreche, ein Wort zur Bürgergarde, die spätestens seit 1849 Ausrichter der Weilburger Kirchweih ist, zuvor war es die Stadtkompagnie, Veranstalter ist die Stadt Weilburg: Unsere Bürgergarde ist die Garde der Bürger, ist die nassauische Ehrengarde. Ich bin mit Überzeugung und gerne seit 27 Jahren Gardist. Doch auch die Garde muss sich bewegen: Kinder, Jugend und Frauen sowie die erfahrenen Gardisten sind ebenso Thema, wie Freude und wahre Kameradschaft, eine offene Gesellschaft braucht eine offene Garde, Qualität ist ein Maßstab, die Garde ist auch ein Verein mit Mitgliedern, Kameradschaft ist der Schlüssel, aber nicht nur mit dem Mund, sondern mit Kopf, Herz und Hand. Wann startet das Kadettencorps? Bereits vor Jahren habe ich dem Vorstand der Garde eine Konzeptskizze vorgelegt, damals war ich bereit, das Programm mitzugestalten. Warum nicht Gardist? Warum nicht Farbe bekennen? Belächeln und Nörgeln kann jeder, aber Tragen, das ist die Kunst für Stadt und Garde.

Aber unserer Bürgergarde gebührt auch großer, ja ganz großer Dank, denn seit sage und schreibe 170 Jahren ist sie Garant der Weilburger Kirchweih, richtet aus für Kirchen und Stadt. Ihr Einsatz über die Zeit ist beispiellos, ja auch höchst bewundernswert.

 

Geschichte garantiert keine Zukunft, garantiert nur die Gegenwart. Geschichte in den Blick zu nehmen heißt, Mut und Kraft für die Zukunft zu gewinnen. Geschichte ist Geschichtetes, der Boden auf dem wir leben.

 

Riskieren wir einen Blick ins Jahr 2069, in dem Weilburg die 500. Kirchweih feiern kann, wenn! Wenn die Verantwortlichen für die Weilburger Kirchweih die Kinder wieder in den Mittelpunkt des Festes stellen, wenn die Kirchweih das Kirchweihfest und damit Stadtfest und nicht ein Gardefest ist, wenn man die Menschen begeistert, die Lebensfreude und nicht das Protokoll das Fest prägt, die Qualität stimmt und die Preise für jedermann bezahlbar sind sowie Stadt, Kirchen, Schulen, Vereine und Bürgergarde gemeinsam aktiv sind, ja dann hat die Weilburger Kirchweih fürwahr eine gute Zukunft.

Und das Alles ist keine Utopie, die Kinder- und Jugendarbeit der Freiwilligen Feuerwehren (16 Kinder- und Jugendfeuerwehren mit 193 Aktiven), die Wildpark Kitz des Vereins der Freunde und Förderer des Wildparks „Tiergarten Weilburg“ (50 Kinder binnen zwölf Monaten) und der Tanzclub Blau Orange Weilburg sowie der Spielmannverein für Theater, Musik, Kunst, Technik und Medien Weilburg (binnen weniger Monate ein beachtliches Netzwerk das Wirkung entfaltet), oder das traumhaft schöne und erfolgreiche Weinfest und der stilvolle Weihnachtsmarkt, die Schlosskonzerte mit 1.468 Aufführungen und Pop am Fluss mit Joe Cocker, Unheilig, PUR und BAP, all diese Weilburger Welten stellvertretend benannt, beweisen es, dass es auch in Weilburg geht , wenn man will, wenn Qualität, Kreativität, Leistung und Ziel stimmen. Und übrigens: Facebook, Instagram, soziale Medien und was alles noch kommt bis 2069 sind wichtig, ersetzen aber nicht den persönlichen Kontakt, face to face, von Angesicht zu Angesicht. Und welcher Geist in einer Stadt herrscht entscheidet über die Zukunft. Morgen sind es nur noch 49 Jahre bis zur 500. Kirchweih. Es liegt an uns allen.

Unserer Stadt Weilburg, unseren Kirchengemeinden, unserer Bürgergarde sowie allen Menschen und Freunden der Stadt wünsche ich von Herzen alles Gute, es lebe die Weilburger Kirchweih, es lebe unsere Stadt Weilburg an der Lahn, von Bermbach bis Gaudernbach, ad multos annos.

 

Mit zwei Versen darf ich schließen, die eindrucksvoll den Stellenwert und die Bedeutung der Weilburger Kirchweih beschreiben:

 

1857 verfasste ein Gast der Kirchweih einen „Nachruf“:

„Weilburger Kirchweihfest

strahlet im Glanz;

schöner in Nassaus Land

ist mir kein Fest bekannt.

Weilburger Kirchweihtag,

dein ist der Kranz!

Weilburg hoch!“

 

Und das Kirchweihlied von Joseph Muth von 1856, die Hymne der Kirchweih, endet:

„Freut Euch, so lang Euch Gott

Freude beschert,

Und wenn des Jubels Schall

Wecket den Widerhall,

Dann sei mit dreimalhoch

Weilburg geehrt!“

 

Ich danke für die Aufmerksamkeit und wünsche uns einen schönen Abend sowie eine wunderbare 450. Kirchweih 2019, die Gemeinschaft stiftet und Mut macht.

 

Weilburg an der Lahn, 21. August 2019

 

 

Hans-Peter Schick

 

Bürgermeister a.D. und Gardist

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