Rückblick: Weilburger Kirchweih-Jubiläum 2019

Der Geschichtsverein veröffentlicht hier die Rede seines Schriftführers, Bürgermeister a. D. Hans-Peter Schick zum Jubiläum Weilburger Kirchweih-Jubiläum im August 2019

Hans – Peter Schick

Weilburg an der Lahn

 

 

„Kirchweih ist mehr – Weilburger Kirchweih 912 – 1569 – 2069“

Ansprache

Akademischer Abend anlässlich der 450. Weilburger Kirchweih

Mittwoch, 21. August 2019, 19.30 Uhr, Aula Komödienbau Weilburg

 

 

                                                                       Kirchweih ist mehr!

                                                                       Weilburger Kirchweih 912 – 2019 - 2069

 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch, lieber Johannes,

sehr geehrter Herr Hauptmann Dirk Petersen,

 

„Kirchweih ist mehr“, gerade für unsere Stadt Weilburg gilt diese Aussage, blicken wir doch nicht nur auf die 450. Kirchweih in den kommenden Tagen, sondern auch auf  Kirchweihen und Kirchweihfeste seit spätestens 912 zurück. Gleichzeitig wagen wir einen Blick auf die 500. Weilburger Kirchweih im Jahre 2069, wenn die Menschen und die Verantwortlichen bei Stadt, Kirchen und Vereinen in Weilburg es denn wollen.

 

Kirchweih ist zunächst und erstens die Weihe einer neu errichteten christlichen Kirche. Urkundlich belegt fand in Weilburg spätestens 912 die erste Weihe einer Kirche statt, dafür spricht eine Urkunde von König Konrad I. vom 28. November 912, in der es heißt „sacrosanctum Dei domum que est in Wilinaburg sub honore sancte Dei genetriciis Marie et beate Walburge Virginis constructa atque consecrata“. Die von dem aus Weilburg stammenden ersten deutschen König des ostfränkischen Reiches den Chorherren gestiftete Kirche wurde  geweiht der heiligen St. Walpurga und Maria, der Gottesmutter. Bereits zuvor hatte in Weilburg eine Kirche gestanden, die Martin von Tours, Martinskirche, geweiht war. Die Weihe von Kirchen ist bekannt seit der Einweihung der Grabeskirche in Jerusalem im Jahre 375. Die alljährlichen Kirchweihfeste kennen wir bereits seit dem Jahre 813.

1397 wird die Stiftskirche niedergelegt und die Andreaskirche, St. Andreas, errichtet und eingeweiht. 1505 folgt Bau und Weihe der Heilig Grab Kapelle und 1538 Neubau der Andreas- und Martinskirche, die Martin von Tours geweiht wird. Ab 1707 wird dann an Stelle der Martinskirche die Schlosskirche errichtet und 1713 eingeweiht, der untere Teil des Schlosskirchenturms blieb aus früherer Zeit erhalten. 1821 wird am Landtor die Karlskirche verwirklicht und eingeweiht, und zwar am 4. November, dem Fest des heiligen Karl Borromäus; Grund für den Namen Karlskirche war aber auch die Hochzeit der Prinzessin Henriette zu Nassau-Weilburg mit Erzherzog Karl von Österreich im Jahre 1815. Die jüngste Kirchenweihe in Weilburg fand am 24. Mai 1959 statt, und zwar die Weihe der Heilig Kreuz Kirche in der Frankfurter Straße. Übrigens, am Standort der Heilig Grab Kapelle stand zumindest im 13. Jahrhundert (1284) eine Muttergotteskirche.

 

Kirchweih, da feiert die Gemeinde ihre Mitte, das Haus Gottes unter den Menschen. Kirchweih, da feiert die Gemeinde sich selbst als Kirche. Kirchweih ist in Weilburg als Stadtfest zu begehen, als Fest der ganzen Stadt. Und Kirchweih, das Fest der Gemeinde ist notwendig, denn: global und digital, dabei darf lokal nicht verloren gehen, Menschen brauchen Halt und Orientierung, vor allem Gemeinschaft, alleine (über-)lebt keiner. 1318 wird das Kirchweihfest von Juli in den August verlegt. Zurück: Ein Ort ohne Kirchturm ist ein Ort ohne Spitze. Das Kirchweihfest wird seit dem Mittelalter als Fest anlässlich der jährlichen Wiederkehr des Tages der Weihe der Kirche gefeiert, und zwar im Rang eines Hochfestes. Gottesdienst mit Volksfest, insbesondere auch mit Markt für Vieh und Waren, so gestaltete sich früher das Fest.

 

Eine neue Zeitrechnung bei der Kirchweih begann in Weilburg 1569, als das Kirchweihfest und das Schützenfest schrittweise zusammengelegt wurden. 1569 bestand das Kirchweihfest aus Gottesdienst, Markt, Tanz und festlichen Mahlzeiten. Das Schützenfest am 31. Oktober 1540 erstmals wird 1608 letztmals erwähnt.

 

Werfen wir einen Blick in das Jahr 1869, die 300. Weilburger Kirchweih. Im Weilburger Tagblatt steht zu lesen: „Unser Kirchweihfest, welches am 11. und 12. August in hergebrachter Weise begangen wurde, hat sich längst, wie jedermann bekannt, zu einem allgemeinen Volksfest, das von Fremden aus Nah und Fern besucht wird, ausgebildet. … Jedermann, sei er hoch oder gering, zugänglich ist, abgehalten wird, trägt zu einer ungezwungenen Bewegung und zu einer heiteren, nie den Anstand verletzenden Unterhaltung bei. … Das Wetter war leider nicht sehr angenehm. … Der zweite Tag, der für unsere Kinder und Jugend der wahre Freudentag ist, war etwas angenehmer. Sonst aber verlief das Fest ohne Störung und Jeder fand seine Rechnung, sogar ein ungarischer Mausfallen-Händler machte Geschäfte und setzte einige Rattenfallen ab.“

Zum Weilburger Kirchweihfest hatte der Commandant der Bürgergarde Johann Christian Hündt mit einer Anzeige im Weilburger Tagblatt am 5. August 1869 eingeladen: „Zu dem am 11. und 12. August stattfindenden Kirchweihfest ladet der Unterzeichnete im Namen der Weilburger Bürgergarde die Bewohner von Weilburg sowie alle Freunde und Verehrer des Festes von Nah und Fern mit dem Bemerken freundlichst ein, dass die Herrn Festwirte Alles aufbieten werden, um ihre verehrten Gäste zu befriedigen.“ Die Gastwirte August Helbig

und Ferdinand Rosenkranz teilten via Anzeige mit, dass an den beiden Kirchweihtagen ihre Wirtschaften geschlossen sind, und Posthalter Wick bot einen Fahrdienst zum Kirmesplatz an. Die gute alte Zeit, sie kannte noch keine falschen Konkurrenzen während den Kirchweihtagen, sondern Gemeinsinn.

Bereits im Mittelalter fand am Kirchweihfest auch ein Markt statt, in Weilburg der Laurentius-Markt, weitere vier Märkte fanden im Jahreslauf statt: Christmarkt, der Oster-, Palm- oder Walpurgismarkt, der Pfingstmarkt und der Michaelismarkt. Aber nicht nur Marktgeschehen begleitete das Kirchweihfest sondern sogar Spieltische, also Glücksspiel.

 

Jakob Mankel schrieb 1913 in „Geschichte der Bürgergarde und der bewaffneten Bürgerschaft der Stadt Weilburg“: „Die Weilburger Kirmes war früher ein weit über Nassaus Grenzen hinaus bekanntes und beliebtes Volksfest. Zu dieser Bedeutung hat dreierlei beigetragen: einmal das Fortbestehen des bewaffneten Stadtausschusses in der Bürgergarde und die von derselben weiter gepflegte Verbindung von Schützenfest und Kirmes, zum andern die Stiftung der Gaben seitens der Frauen und Jungfrauen und endlich auch der Umstand, dass man die Kinder in den Mittelpunkt des Festes stellte. Solange das Interesse an der Kirmes von diesen Faktoren belebt wird, solange wird sie sich den Charakter der Volkstümlichkeit bewahren und von alt und jung gefeiert werden. Der vornehme Charakter der Weilburger Kirmes, wodurch sie sich so angenehm von vielen auswärtigen Kirchweihen unterscheidet, liegt zum Teil auch in dem Weinzwange begründet. Er muss somit ebenfalls in der Zukunft erhalten bleiben.“

 

1898 kam es zu einer grundlegende Änderung bei der Kirchweih: „Bis dahin erfolgte am ersten Kirchweihtag eine Parade der Bürgergarde vor den Honoratioren der Stadt. Dieser Vorbeimarsch barg aber für die Gardisten gewisse Gefahren. Durch den ja steten Begleiter der Kirchweihe auftretenden Regen konnte es sehr wohl vorkommen, dass sich der Lehmboden zu einer Rutschbahn verwandelte und die wackeren, zu diesem Zeitpunkte gewiß noch völlig nüchternen Gardisten trotzdem ins Rutschen bringen konnte. Seit 1898 schreiten nunmehr Bürgermeister und Magistrat die Ehrenfront der Bürgergarde ab.“ Mit 24 Mal durfte ich dieses Abschreiten als Bürgermeister in der Geschichte der Kirchweih am häufigsten erleben.

 

Ewig und zu allen Zeiten ist die Weilburger Kirchweih die sicherste Wetterprognose für Land und Leute, es regnet, danach kann man die Uhr stellen. Wiederholt wurde der Termin der Kirchweih verlegt, der Regen zog immer mit um. 1993 fragte ich als neuer Bürgermeister im Magistrat, worum ich mich neben dem Abschreiten der Ehrenfront und dem MItfeiern besonders kümmern müsse? Die Antwort: „Um das Wetter!“ Gesagt, getan! An allen Kirchweihtagen schien die Sonne bei über 30 Grad. Montags kam ich gut gelaunt in den Magistrat und fragte: „Na, wie habe ich das mit dem Wetter gemacht?“. Ich wurde kräftig gerügt, denn ich hätte vergessen, den Kirmesplatz abspritzen zu lassen, es habe zu sehr gestaubt! Danach habe ich mich bei der Kirchweih nicht mehr um das Wetter gekümmert, mich lieber auf den Hessentag und andere besondere Ereignisse wie Verkehrsfreigabe Ahäuser Brücke und manches Ereignis mehr konzentriert. Bei der 450. Kirchweih am Wochenende wird gutes Wetter herrschen, denn bei mir arbeiten derzeit Dachdecker und Anstreicher und dafür habe ich das entsprechende Wetter bestellt, also von oben trocken.

 

450. Weilburger Kirchweih, 1569 – 2019 heißt auch: Vollendung des Hochschlosses,  30-jähriger Krieg, Graf Johann Ernst zu Nassau-Weilburg, Bau der Steinernen Brücke, Herzog Adolph zu Nassau, Bau von Schiffstunnel und Lahntalbahn, Oberlahnkreis, I. und II. Weltkrieg, Gemeindegebietsreform mit Grenzänderungsvertrag, Städtepartnerschaften, Schlosskonzerte, Kreiskrankenhaus,  Teilortsumgehung mit Mühlbergtunnel und Oberlahnbrücke sowie der Hessentag, Freundschaft mit der großherzoglichen Familie von Luxemburg, vieles aus dieser Zeit ließe sich noch nennen.

 

Zwei Mal, nach dem I. und nach dem II. Weltkrieg rief der damalige Hauptmann der Bürgergarde Friedrich Brinkmann (1877 – 1960, Hauptmann 1903 – 1960) die Kirchweih wieder zum Leben, 1924 und 1947, damals fand die Feier sogar im Schlossgarten statt. Über Hauptmann Brinkmann heißt es: Er verband die Würde des Amtes mit der in seiner Person liegenden Autorität und zugleich einer herzlichen Kameradschaft.  Bei der Kirchweih 1953, zum 50. Jahr als Hauptmann, wurde Friedrich Brinkmann zum Ehrenbürger der Stadt Weilburg ernannt, der seither letzte Ehrenbürger der Stadt Weilburg.

 

1961 und 1962 wurde die Kirchweih auf dem Platz an der Hainkaserne gefeiert, weil der Kirmesplatz umgebaut wurde. In ihren 450 Jahren hat die Kirchweih so manchen Ort gesehen: Schießplatz/Kirmesplatz, Webersberg (1921), Schloss-garten (1947), Hainallee, Marktplatz, Schlossplatz, am Denkmal, Renaissance-hof und König-Konrad-Platz. Die Mitte der Stadt ist immer richtig.

 

Bei der 400. Weilburger Kirchweih 1969 kreiste am Himmel ein Flugzeug mit dem Schlepptransparent „400 Jahre Weilburger Kirchweih“, ein Geschenk von Dr. Hans Hardt. Die Post gab damals einen Sonderstempel und eine Sonder-marke heraus.

 

Der Kirmestanz von 1857 bis 2010 und das Familienfrühstück prägten die Lebensfreude bei der Weilburger Kirchweih wesentlich mit, der Festzug unter Beteiligung der Schulen der Stadt war ein herausragender Teil der Kirchweih. Die Menschen für das Stadtleben begeistern, bei 700 Jahre Stadtrechte 1995, beim 45. Hessentag 2005 ist es gelungen, bei Weinfest und Weihnachtsmarkt gelingt es. Wir Weilburger können auf vieles stolz sein, der erste deutsche König Konrad I., Graf Philipp III. von Nassau-Weilburg, Graf Johann Ernst von Nassau-Weilburg, Clarus Friedrich Ludwig von Sckell, Heinrich von Gagern, G.F. Unger oder Johannes Meyer, auf das Tunnelensemble (weltweit einmalig), den seit 2016 in der Sanierung befindlichen höchsten Pisebau Europas (jetzt auch Gerüst an der Außenfassade), auf Kirche und Rathaus unter einem Dach (deutschlandweit einmalig), Wildpark und Schlossanlage mit Schlosskirche, Bildung, Wirtschaft und Kultur sowie den Hessentag 2005, 1468 Weilburger Schlosskonzerte, Pop am Fluss und vieles mehr. Sorgen wir alle dafür, dass wir auch wieder auf die Kirchweih stolz sein können. Was man für andere tut, tut man immer auch für sich.

 

Das Anschießen am Vorabend hat sich zu einer sehr beliebten Veranstaltung entwickelt, ist zu einem echten Stück Weilburger Kirchweih geworden. Mit dem nostalgischen Jahrmarkt zeigt unsere Garde Courage, ist der richtige Weg, aber wir werden Geduld brauchen. Auch ein zeitgemäßer Kirmestanz der Kinder oder eine andere große Aktivität der Kinder würde der Kirchweih wieder gut tun, ebenso wie ein gemeinsames Frühstück der Familien, Gruppen, Vereine, Institutionen und Unternehmen oder auch von Magistrat und Stadtverord-netenversammlung. Gemeinsam aktiv, das fördert die Kirchweih. Auch wenn man nach vorne fährt, ist ein Blick in den Rückspiegel höchst nützlich.

 

Das Schießen auf die Ehrenscheibe und der Bürgergarde erinnern noch an die Zeit des Schützenfestes von 1540 bis 1569 beziehungsweise bis 1608.

 

Als einziger Ort in Hessen sprechen wir von der „Kirchweih“, ansonsten heißt es „Kerb“, „Kerwe“, „Kilb“, „Kirb“ oder vielfach „Kirmes“. Und das Fest fußt einzig und allein auf der Weihe der Kirche, dass sollten wir nicht vergessen. Kirchturm und Rathaus sind die Mitte einer Stadt, auch die geistige Mitte. Unser Wahrzeichen ist ein Kirchturm, der Turm der Schlosskirche.

 

Bevor ich zur 500. Weilburger Kirchweih 2069 spreche, ein Wort zur Bürgergarde, die spätestens seit 1849 Ausrichter der Weilburger Kirchweih ist, zuvor war es die Stadtkompagnie, Veranstalter ist die Stadt Weilburg: Unsere Bürgergarde ist die Garde der Bürger, ist die nassauische Ehrengarde. Ich bin mit Überzeugung und gerne seit 27 Jahren Gardist. Doch auch die Garde muss sich bewegen: Kinder, Jugend und Frauen sowie die erfahrenen Gardisten sind ebenso Thema, wie Freude und wahre Kameradschaft, eine offene Gesellschaft braucht eine offene Garde, Qualität ist ein Maßstab, die Garde ist auch ein Verein mit Mitgliedern, Kameradschaft ist der Schlüssel, aber nicht nur mit dem Mund, sondern mit Kopf, Herz und Hand. Wann startet das Kadettencorps? Bereits vor Jahren habe ich dem Vorstand der Garde eine Konzeptskizze vorgelegt, damals war ich bereit, das Programm mitzugestalten. Warum nicht Gardist? Warum nicht Farbe bekennen? Belächeln und Nörgeln kann jeder, aber Tragen, das ist die Kunst für Stadt und Garde.

Aber unserer Bürgergarde gebührt auch großer, ja ganz großer Dank, denn seit sage und schreibe 170 Jahren ist sie Garant der Weilburger Kirchweih, richtet aus für Kirchen und Stadt. Ihr Einsatz über die Zeit ist beispiellos, ja auch höchst bewundernswert.

 

Geschichte garantiert keine Zukunft, garantiert nur die Gegenwart. Geschichte in den Blick zu nehmen heißt, Mut und Kraft für die Zukunft zu gewinnen. Geschichte ist Geschichtetes, der Boden auf dem wir leben.

 

Riskieren wir einen Blick ins Jahr 2069, in dem Weilburg die 500. Kirchweih feiern kann, wenn! Wenn die Verantwortlichen für die Weilburger Kirchweih die Kinder wieder in den Mittelpunkt des Festes stellen, wenn die Kirchweih das Kirchweihfest und damit Stadtfest und nicht ein Gardefest ist, wenn man die Menschen begeistert, die Lebensfreude und nicht das Protokoll das Fest prägt, die Qualität stimmt und die Preise für jedermann bezahlbar sind sowie Stadt, Kirchen, Schulen, Vereine und Bürgergarde gemeinsam aktiv sind, ja dann hat die Weilburger Kirchweih fürwahr eine gute Zukunft.

Und das Alles ist keine Utopie, die Kinder- und Jugendarbeit der Freiwilligen Feuerwehren (16 Kinder- und Jugendfeuerwehren mit 193 Aktiven), die Wildpark Kitz des Vereins der Freunde und Förderer des Wildparks „Tiergarten Weilburg“ (50 Kinder binnen zwölf Monaten) und der Tanzclub Blau Orange Weilburg sowie der Spielmannverein für Theater, Musik, Kunst, Technik und Medien Weilburg (binnen weniger Monate ein beachtliches Netzwerk das Wirkung entfaltet), oder das traumhaft schöne und erfolgreiche Weinfest und der stilvolle Weihnachtsmarkt, die Schlosskonzerte mit 1.468 Aufführungen und Pop am Fluss mit Joe Cocker, Unheilig, PUR und BAP, all diese Weilburger Welten stellvertretend benannt, beweisen es, dass es auch in Weilburg geht , wenn man will, wenn Qualität, Kreativität, Leistung und Ziel stimmen. Und übrigens: Facebook, Instagram, soziale Medien und was alles noch kommt bis 2069 sind wichtig, ersetzen aber nicht den persönlichen Kontakt, face to face, von Angesicht zu Angesicht. Und welcher Geist in einer Stadt herrscht entscheidet über die Zukunft. Morgen sind es nur noch 49 Jahre bis zur 500. Kirchweih. Es liegt an uns allen.

Unserer Stadt Weilburg, unseren Kirchengemeinden, unserer Bürgergarde sowie allen Menschen und Freunden der Stadt wünsche ich von Herzen alles Gute, es lebe die Weilburger Kirchweih, es lebe unsere Stadt Weilburg an der Lahn, von Bermbach bis Gaudernbach, ad multos annos.

 

Mit zwei Versen darf ich schließen, die eindrucksvoll den Stellenwert und die Bedeutung der Weilburger Kirchweih beschreiben:

 

1857 verfasste ein Gast der Kirchweih einen „Nachruf“:

„Weilburger Kirchweihfest

strahlet im Glanz;

schöner in Nassaus Land

ist mir kein Fest bekannt.

Weilburger Kirchweihtag,

dein ist der Kranz!

Weilburg hoch!“

 

Und das Kirchweihlied von Joseph Muth von 1856, die Hymne der Kirchweih, endet:

„Freut Euch, so lang Euch Gott

Freude beschert,

Und wenn des Jubels Schall

Wecket den Widerhall,

Dann sei mit dreimalhoch

Weilburg geehrt!“

 

Ich danke für die Aufmerksamkeit und wünsche uns einen schönen Abend sowie eine wunderbare 450. Kirchweih 2019, die Gemeinschaft stiftet und Mut macht.

 

Weilburg an der Lahn, 21. August 2019

 

 

Hans-Peter Schick

 

Bürgermeister a.D. und Gardist

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