Jakob Mankel bleibt unvergessen

Gedenktafel erinnert an einen lokalen Patrioten

 

Weilburg (jw). Jakob Mankel selbst ist bei der Präsentation einer Gedenktafel anlässlich seines 100. Todestages in einer kleinen Feierstunde der Jakob-Mankel-Schule aufgetreten und zeigte sich verwundert: „Alle Menschen tragen Masken, wütet denn die spanische Grippe immer noch?“

 

Schulleiterin Susanne Kurz präsentiert die Mankel-Gedenktafel, rechts neben ihr Boris Juric als Jakob Mankel und rechts der Zweite Stadtrat Christian Radkovsky, links Walter Lehrl, Vorsitzender des Fördervereins
Schulleiterin Susanne Kurz präsentiert die Mankel-Gedenktafel, rechts neben ihr Boris Juric als Jakob Mankel und rechts der Zweite Stadtrat Christian Radkovsky, links Walter Lehrl, Vorsitzender des Fördervereins (Foto: Jürgen Weil)

 

Das in der Sporthalle auf Abstand versammelte Kollegium der Schule, Schulleiterin Susanne Kurz und der Fördervereinsvorsitzende Walter Lehrl schmunzeln. Christian Radkovsky, Zweiter Stadtrat und auch Vorsitzender des Weilburger Geschichtsvereins, wird bei seinem Grußwort im Namen der städtischen Gremien von Boris Juric unterbrochen, der in historischer Kleidung und mit eigenem schwarzen Vollbart Jakob Mankel tatsächlich ähnelt und ihn überzeugend in der folgenden historischen Spielszene verkörpert.

 

In passenden Dialogen wird die historische Dimension seiner Zeit deutlich, wenn er sich wundert, dass seine Volksschule nicht mehr in der Langgasse steht, gar eine Frau Direktorin ist und die neue Schule tatsächlich eine eigene Turnhalle hat. Natürlich fühlt er sich geschmeichelt, dass sie seinen Namen trägt und als integrierte Gesamtschule alle Bildungsgänge gemeinsam unterrichtet: „Unglaublich! Eine solche Stärkung meiner Schule hätte ich mir immer gewünscht!“

 

 

Radkovsky nennt im Dialog auch Mankels Engagement als Organist und Chorleiter, als Vorsitzender des Kreislehrervereins, als Mandatsträger in der Weilburger Stadtverordnetenversammlung und Organisator seiner Abendschule, die der „Volksbildung“ dienen sollte. Auch die populäre Form der Darstellung der im Jahre 1913 hundertjährigen Geschichte der Bürgergarde zeige, Chronist Mankel schrieb nicht für Wissenschaftler, sondern für die Bürger seiner Stadt. Vor allem „Heimatliebe und Heimatpflege“ trieben ihn an, bei den kritischen Zuhörern bittet Mankel/Juric aber um Nachsicht für seinen überschwänglichen Lokalpatriotismus. „Sie haben sich immer vorbildlich engagiert“, sagt Christian Radkovsky, „im Beruf und im Ehrenamt, in der Pflicht und in der Kür. Dafür kann die Stadt dankbar sein und erst recht die Schule, die Ihren Namen trägt.“

 

Direktorin Susanne Kurz zeigte sich stolz und dankte besonders dem Förderverein, den „Freunden der JMS“, die die Gedenktafel gestiftet haben. „So wird auch im Schulgebäude sichtbar, wer der Namensgeber unserer Schule war.“ Der Name bleibe einzigartig, „Geschwister-Scholl"- oder „Albert-Schweitzer"-Schulen gebe es häufiger. In Weilburg erinnerten fast alle Schulnamen an historische Persönlichkeiten: Gymnasium Philippinum (Philipp III. von Nassau-Weilburg), Heinrich von Gagern-Schule (1848 Präsident der Frankfurter Nationalversammlung), Christian-Spielmann-Schule (Historiker und Schriftsteller), Pestalozzischule (Pädagoge und Schulreformer).

 

Susanne Kurz dankte auch ihrer Kollegin Petra Gebhart, die mit Schülerinnen und Schülern ihrer Deutschkurse im Jahrgang 8 das Medienkompetenz-Projekt „Ganz Ohr für deinen Ort“ begleitet hatte. Dabei entstand auch eine gut recherchierte Hörfunk-Reportage auf den Spuren Jakob Mankels. Sie wurde eingespielt und zeigte, dass viele interviewten Schüler nur unklare Vorstellungen von ihm hatten, aber jetzt bestens informiert wurden. „Wir werden unsern Mankel nicht vergessen“, hatte die Bürgergarde am 7. Juli 1920 am Grabe Mankels versprochen. Die Jakob-Mankel-Schule trägt mit ihrem Namen und jetzt mit der Gedenktafel in der Verwaltung mit dazu bei.

 

Ein Beitrag von Jürgen Weil

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